KITZINGEN

Könner durch Erfahrung

Zügig fährt Yvonne mit ihrem Golf durch den, mit rot-weißen Pylonen abgesteckten Halbkreis. Weniger zügig geht das Ganze dann im Rückwärtsgang retour. Moderator und Fahrlehrer Matthias Ringelmann ist mit der jungen Frau am Steuer zufrieden. Sie hat sich an ihren Außenspiegeln orientiert und die Hütchen sind alle stehen geblieben.
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Vollbremsung: Punktgenau und vor allem rechtzeitig das Fahrzeug zum Stehen bringen – das war eine der Übungen beim Fahrsicherheitstraining. 15 Fahranfänger waren auf das Gelände des Netto-Zentrallagers nach Kitzingen gekommen. Foto: Foto: RALF WEISKOPF

Zügig fährt Yvonne mit ihrem Golf durch den, mit rot-weißen Pylonen abgesteckten Halbkreis. Weniger zügig geht das Ganze dann im Rückwärtsgang retour. Moderator und Fahrlehrer Matthias Ringelmann ist mit der jungen Frau am Steuer zufrieden. Sie hat sich an ihren Außenspiegeln orientiert und die Hütchen sind alle stehen geblieben.

Nebenan quietschen Reifen, Rauch steigt an den Vorderrädern eines Seat auf. Jürgen hat gerade aus Tempo 50 eine punktgenau Vollbremsung hingelegt und wird dafür von Moderator Stephan Friedlein gelobt. „Das Ganze noch einmal“, sagt dessen Kollege Martin Amrehn, der gerade Melanie beim Einparken auf engem Raum beobachtet hat und ihr ein paar Tipps gibt.

Stephan Friedlein, Martin Amrehn und Matthias Ringelmann, machen das Training ehrenamtlich. Wir sind auf dem Gelände des Auslieferungslagers der Firma Netto in Kitzingen: Die jungen Fahrer in den Fahrzeugen absolvieren ein Sicherheitstraining der Verkehrswacht Kitzingen. Das Training wendet sich an Fahranfänger.

Nur wenig Interesse

Rund 800 hat die Verkehrswacht im Landkreis Kitzingen angeschrieben, berichtet der stellvertretende Vorsitzende der Kreisverkehrswacht, Heinrich Halbleib. Leider würden sich lediglich zehn bis zwölf Prozent für ein solches Training anmelden, obwohl es nichts kostet.

Bereits seit 1984 gibt es das Programm, berichtet Projektleiter Norbert Müller. Es seien vor allem die jungen Fahranfänger, die überproportional häufig an schweren Verkehrsunfällen beteiligt sind. Die Kosten für das Sicherheitstraining teilen sich das Innenministerium, der Sparkassenverband und die Landesbausparkasse. Auch Norbert Müller bedauert, dass sich nur wenige Fahranfänger beteiligen und hofft, dass sich deren Zahl in Zukunft erhöht. 99 waren es, die 2011 einen von acht Kursen besuchen.

Die Teilnahme bringt neben der Erfahrung noch einen weiteren Vorteil. Viele Versicherungen gewähren Autofahrern, die ein solches Training absolviert haben einen Rabatt, weiß der Projektleiter. Dass sich der Kurs auszahlt, berichtet Alfons Pfannes, der technische Projektleiter der Landesverkehrswacht Bayern. Junge Autofahrer, die ein solches Training besucht haben, sind zu einem Drittel weniger an schweren Unfällen beteiligt. Rund 10 000 Jugendliche haben 2011 bayernweit an dem Programm teilgenommen und gelernt, ihr Fahrzeug besser zu beherrschen, egal ob es ums Einparken, Bremsen oder Ausweichen geht.

Sicherheit geht alle an

Lob gibt es vom zweiten Bürgermeister Werner May. Als er selbst noch Fahranfänger war, hätte er sich auch solch ein Programm gewünscht, denn auch er habe damals einen Unfall gebaut. Verkehrssicherheit geht alle an, sagt stellvertretender Landrat Paul Streng und es sei erfreulich, dass, insgesamt betrachtet, nicht zuletzt dank solcher Trainings, die Zahl der Unfälle mit Anfänger rückläufig ist.

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