Nordheim

Knappe Mehrheit stimmte für das Nordheimer Baugebiet "Am Kreuzberg"

Nach hitzigen Diskussionen fassten die Mitglieder des Gemeinderates mit knapper Mehrheit den Anerkennungs- und Auslegungsbeschluss für das neue Baugebiet "Am Kreuzberg".
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Mit 7:6 Stimmen wurde in der Ratssitzung in Nordheim die Entwurfsplanung für das Baugebiet "Am Kreuzberg" anerkannt. Die Gegner kritisierten das Entfernen der Schlamm-Mauer. Foto: Foto: Martha Braun

Nach teilweise hitzigen Diskussionen fassten die Mitglieder des Gemeinderates, mit knapper Mehrheit von 7:6 Stimmen, den Anerkennungs- und Auslegungsbeschluss für das neue Baugebiet "Am Kreuzberg". Zur öffentlichen Sitzung waren 15 Einwohner, meist Grundstücksanlieger gekommen, die Kritik am Vorhaben und an der Vorgehensweise der Gemeinde übten.

Dass nicht alle Ortsbewohner Nordheims Befürworter des neuen Baugebietes sind, hatte sich bereits seit der Sitzung im April abgezeichnet. Damals kam durch Emil Fischer, Leiter des Vermessungsamtes Kitzingen/Würzburg, zur Sprache, dass das Ziel der Gemeinde, die Hälfte der 29 094 Quadratmeter großen Umlegungsmasse erwerben zu wollen,  nicht erreicht wurde. Laut Fischer sprachen sich seinerzeit zwei Besitzer mit einer größeren Fläche gegen eine Veräußerung aus, ein Grundstückseigentümer ließ sich sogar anwaltlich vertreten.   

Kritische Stimmen

In der Sitzung am Montagabend votierte Ratsmitglied Bernd Sauer zunächst gegen die Anerkennung der vorgestellten Entwurfsplanung für das Baugebiet "Am Kreuzberg". Seiner Meinung nach sind die Grundstücksverhandlungen im Baugebiet noch völlig offen: "Wir wissen nicht genau, wie viele Bauplätze die Gemeinde im Baugebiet eigentlich hat", begründete Sauer seinen Antrag.

Heftig diskutiert wurde auch der Abriss der so genannten Schlammschutz- Mauer, die mit einen nicht unbedeutenden Kostenaufwand durch einen etwa 15 Meter breiten Graben, oberhalb des Baugebietes, zum Schutz des Dorfes vor Schlamm- und Wassermassen erstellt werden soll. Sowohl Dietmar Rohmfeld als auch Bürgermeister Guido Braun verteidigten diese Baumaßnahme:"Wir müssen die neue Siedlung schützen".

Harald Henninger, einer von mehreren Anliegern,  befand, dass er es nicht für richtig halte, in die Planungen des neuen Baugebietes nicht eingebunden zu werden. Seiner Meinung nach wackle die Basis, man gebe unnütz Geld aus. Seine Forderung lautete: "Stoppt das Ganze". Ernst und Anita Molitor, die gegen einen Verkauf stimmten und sich durch einen Anwalt vertreten lassen, äußerten ebenfalls ihren Unmut, weil ihr knapp 3000 Quadratmeter großes Grundstück durch einen Weg geteilt werden soll.

Änderungen des Bebauungsplans

Ratsmitglied Sybille Säger störte es grundsätzlich, dass bei Ausweisung eines Baugebietes die Gemeinde nicht in Besitz der nötigen Flächen sei. Markus Schneider sprach schließlich im Namen der Befürworter des Baugebietes: "Wir müssen an die Zukunft denken". Zu Beginn der Ratssitzung wurde von Martina Wieland vom Architektenbüro Röschert die zuletzt besprochenen und inzwischen eingearbeiteten Änderungen des Bebauungsplanes präsentiert.

Wie Bürgermeister Guido Braun bei der Beschlussfassung mitteilte, wurde bei Vergabe der Planungsleistungen von einem Regelverfahren ausgegangen. Da sich die Grunderwerbsverhandlungen verzögerten, so der Bürgermeister, und das Verfahren erst jetzt gestartet werden könne, sei eine nochmalige Abstimmung mit dem Landratsamt Kitzingen vorgesehen.

Das Amt, so der Bürgermeister, empfehle der Gemeinde aus Gründen der Rechtssicherheit die Durchführung dieses Regelverfahrens. Die Gründe dafür sind, wiederholte er: das fortgeschrittene Zeitfenster, die Trennwirkung durch die Schlammschutzmauer sowie die Fortführung eines zweiten Bauabschnittes für die zukünftige Baugebietsentwicklung.

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