Volkach

Klimapreis: Drei Gewinner aus Unterfranken

Zwei Betriebe und ein Projekt aus Unterfranken haben den Bayerischen Klimapreis des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erhalten.
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Weinbau - Pilotprojekte im Kampf ums Wasser
Der Wasserspeicher des Bewässerungssystems Vinaqua am Volkacher Kirchberg.
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Zwei Betriebe und ein Projekt aus Unterfranken haben den Bayerischen Klimapreis des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erhalten. Ministerin Michaela Kaniber zeichnete das Würzburger Weingut am Stein, den Gartenbaubetrieb Busigel aus Albertshofen (Lkr. Kitzingen) und das Vinaqua-Projekt in Volkach (Lkr. Kitzingen), vertreten durch den 1. Vorstand Thomas Martin, aus.

„Es ist ein Bündel aus verschiedenen Maßnahmen, die wir bei uns umsetzen“, sagt Ludwig Knoll , dessen Frau Sandra am Donnerstag zur Preisverleihung nach München gefahren ist. Für ihn ist eine ökologische Landwirtschaft der einzige Weg, um auch zukünftig erfolgreich zu sein. Das Weingut setzt zum Beispiel Kräutermischungen und Zwergschafe ein, um Schädlinge zu bekämpfen. „Wichtig ist das Vertrauen in die eigenen Abwehrkräfte einer Rebe“, so Knoll.

Ziel des Weinguts sei es, die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen im Weingut und Gästehaus zu erreichen und den Wasserverbrauch zu senken. Das wollen die Knolls mit Saug- und Schluckbrunnen sowie Wärmepumpen erreichen, um die thermische Energie des Grundwassers zu nutzen.

Eine Photovoltaikanlage auf der Außenbetriebshalle des Weinguts sorgt für den nötigen Strom, der in das Stromnetz eingespeist wird. Das Weingut selbst beziehe in gleicher Menge Ökostrom. „Das Wichtigste ist, Respekt gegenüber der Natur zu haben. Denn wir können von ihr eher lernen, als dass wir ihr Vorschriften machen sollten“, sagt Knoll.

Das Vinaqua-Projekt in Volkach bewässert die Weinberge in der Steillage Volkacher Ratsherr, ohne Grundwasser zu entnehmen. Das Oberflächenwasser aus den Weinbergen, also Regen und Schmelzwasser, wird in Speicherbecken gesammelt. Die Winzer können damit 100 Hektar Weinberge über Tropfschläuche bei den Reben bewässern. Sie begrünen die Fläche zudem dauerhaft, damit es zu weniger Erosionen bei Starkregen kommt.

Vor allem im Winter werde Oberflächenwasser in einem Becken am Fuß der Kapelle Maria im Weingarten gesammelt und anschließend in zwei Becken gepumpt, heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums. Von dort gelange das Wasser in die Weinberge, wo aktuell 30 Hektar von der Tröpfchen-Bewässerung profitierten.

Der Präsident des Fränkischen Weinbauverbands, Artur Steinmann , lobte die beiden Preisträger: „Damit werden zwei Vorzeigeprojekte des fränkischen Weinbaus geehrt, die besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legen.“

In der Kategorie Gartenbau hat der Albertshofener Betrieb Reinhard Busigel GbR das Preisgeld von 3000 Euro gewonnen. Laut Pressemitteilung ein bayernweiter Pionier bei energieeffizienten Gewächshäusern , der für sein ganzheitliches Energiekonzept ausgezeichnet wurde. Busigel war der erste Gartenbaubetrieb in Unterfranken, der konsequent die Abwärme der benachbarten Biogasanlage nutzt. Die Familie ist seit elf Generationen in der Landwirtschaft, im Obstbau und Pfefferminzanbau tätig. Seit 1998 hat sich der Betrieb auf Gurken spezialisiert. Im Jahr erntet der Betrieb Busigel etwa vier Millionen davon.

Der Bayerische Klimapreis

Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vergibt den „Bayerischen Klimapreis Landwirtschaft, Garten- und Weinbau“ dieses Jahr zum zweiten Mal. Ausgezeichnet werden neue, innovative Projekte aus dem Alltag von Landwirten, Winzern und Gärtnern zur Anpassung ihrer Produktion an den Klimawandel und zu einem besseren Klimaschutz. Prämiert werden Preisträger in den drei Kategorien Landwirtschaft, Gartenbau sowie Weinbau. Es sind insgesamt 23 Bewerbungen eingegangen, darunter 15 in der Kategorie Landwirtschaft und je vier in den Bereichen Gartenbau und Weinbau.

In der Kategorie Landwirtschaft werden grundsätzlich zwei Gewinner ausgewählt, die beide das volle Preisgeld in Höhe von 3000 Euro bekommen. Gewonnen haben der Allgäuer Ökobauer-Betrieb Haneberg (Kempten) und die Oberallgäuer Nebenerwerbslandwirte Bajohr (Sibratshofen).

Gibt es in den anderen Kategorien zwei Gewinner, wird das Preisgeld aufgeteilt. Wie bei den Siegern in der Kategorie Weinbau dieses Jahr. LKE



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