MÖNCHSONDHEIM

Kleinod wieder auf Vordermann gebracht

Die nach drei Jahren Bauzeit kurz vor dem Abschluss stehenden Umgestaltungsarbeiten an der barockzeitlichen Kirchenburg diente laut der Iphöfer Stadtverwaltung dem Bauunterhalt und der Substanzsicherung nach heutigem denkmalpflegerischen Standard.
Artikel drucken Artikel einbetten
Erneuert: Das Mönchsondheimer Kirchenburgmuseum (hier eine Aufnahme vom Juni 2014) wird bis Anfang Mai spätestens wieder baustellenfrei sein. Foto: Foto: Timo Lechner

Die nach drei Jahren Bauzeit kurz vor dem Abschluss stehenden Umgestaltungsarbeiten an der barockzeitlichen Kirchenburg diente laut der Iphöfer Stadtverwaltung dem Bauunterhalt und der Substanzsicherung nach heutigem denkmalpflegerischen Standard.

Dabei legt man im Rathaus Wert auf die Feststellung, dass die Arbeiten ohne weitergehenden Ausbau und ohne eine Änderung der bestehenden Nutzung vonstatten gingen.

Rund 1,3 Millionen Euro wird die Sanierung der Kirchenburg, die bis Ende April/Anfang Mai abgeschlossen werden soll, voraussichtlich kosten. Und der Aufwand war auch wirklich kein Luxus, sondern nach drei Jahrzehnten in ihrer Funktion als Bauern- und Handwerkermuseum notwendig geworden, wie ein Blick in die Vorabbilanz zeigt: Mauerwerk musste gesichert, Bauteile im Holzwerk repariert werden, die Dächer wurden mit Biberschwanz-Altziegeln neu gedeckt und Holz- und Putzflächen überfasst.

Zusätzliche Rettungswege

Eine statisch-konstruktive Ertüchtigung des betagten Mauerwerks war ebenfalls zwingend notwendig. Es wurden zusätzliche Rettungswege geschaffen. Mit dem Einbau einer zentralen Brandmeldeanlage soll künftig die unmittelbare Besucherwarnung im Brandfall sicher gestellt werden. Beides kompensiere nunmehr die brandschutztechnischen Defizite des Baudenkmals.

In den kommenden Wochen erhalten die sogenannten Kopfbauten (Gaden A, B und L) aus konservatorischen Gründen noch eine Bauteiltemperierung, die über zwei Luftwärmepumpen gespeist wird.

„Oberstes Ziel bei der Maßnahme war der weitestmögliche Erhalt der historischen Bausubstanz. Der überkommene archaische Gesamteindruck als wichtigstes Kapital der Kirchenburganlage konnte bewahrt werden“, schreibt die Stadtverwaltung. Und auch das althergebrachte Museumskonzept wurde auf den Prüfstand gestellt und zugunsten einer modernen Wissensvermittlung mit vier Themenschwerpunkten (Kirchenburg, Handwerk, Weinbau und Dorfleben) überarbeitet.

Das gesamte Vorhaben wurde aus Kostengründen in drei Bauabschnitte gegliedert. Abschnitt I (Gaden G, H, I, K mit südwestlicher Ringmauer) wurden von Mai bis November 2012 in Angriff genommen. Der zweite Bauabschnitt umfasste die Gaden A, B, L (Kopfbauten).

Nachdem die Kirchensanierung im Juni 2013 abgeschlossen war, wurde hier erstmals Hand angelegt, was sich bis August 2014 hinzog. Mit dem Bauabschnitt III (Gaden C, D, E, F) wurde im April 2014 begonnen. Voraussichtlich genau ein Jahr später sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Wenn am 14. März die Saison 2015 im Kirchenburgmuseum also wieder beginnt, ist hie und da noch Baustelle.

Bei der Stadt Iphofen, die zusammen mit dem Landkreis Kitzingen, Bezirk Unterfranken und dem Kirchenburgverein Träger des Museums ist, freut man sich, dass die Kostenentwicklung insgesamt leicht rückläufig war, so dass zusätzliche Bauarbeiten oder Änderungen miterledigt werden konnten.

So wurde das ehemalige Jugendheim zur historischen Lehrerwohnung ausgebaut und eine Beleuchtung des Innenhofes für die Kirchenbesucher angeschafft und installiert.

Kosten unterschritten

Bei der Kostenschätzung war man 2010 noch von 1,37 Millionen Euro inklusive Nebenkosten ausgegangen. Diesen Ansatz werde man voraussichtlich um etwa 800 000 Euro unterschreiten, so die Bilanz der Stadtverwaltung.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.