VOLKACH

Kleinkraftwerk für Kläranlagen

Der gewaltige Energieverbrauch und hohe Strompreise machen den Betrieb von Kläranlagen sehr teuer. Die Stadt Volkach macht sich Gedanken darüber, ob die neue „Mini“-Photovoltaikanlage des Kolitzheimer Unternehmens Belectric die finanzielle Belastung erträglicher macht. Nach dem Beschluss des Stadtrats am Montag soll für die Kläranlagen in Volkach und Obervolkach geprüft werden, ob sich die Investition von jeweils 15 000 Euro rechnet.
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Auf 81 Quadratmetern: Der neue Zehn-Kilowatt-Block „MyEnergy“ des Kolitzheimer Unternehmens Belectric benötigt nicht viel Platz. Die Investition von 15 000 Euro soll sich in acht Jahren amortisieren. Foto: Foto: Belectric

Der gewaltige Energieverbrauch und hohe Strompreise machen den Betrieb von Kläranlagen sehr teuer. Die Stadt Volkach macht sich Gedanken darüber, ob die neue „Mini“-Photovoltaikanlage des Kolitzheimer Unternehmens Belectric die finanzielle Belastung erträglicher macht. Nach dem Beschluss des Stadtrats am Montag soll für die Kläranlagen in Volkach und Obervolkach geprüft werden, ob sich die Investition von jeweils 15 000 Euro rechnet.

Den neuen standardisierten Zehn-Kilowatt-Block „MyEnergy“ einer Photovoltaikanlage sieht Bürgermeister Peter Kornell als Beitrag zur Energiewende und zu Stromeinsparungen. Er hatte deshalb Petra Ziegler von der Firma Belectric in die Ratssitzung eingeladen. Sie informierte über die Neuheit ihres Unternehmens. „Günstiger Strom – selbst erzeugt“ lautet das Motto der möglichen künftigen Eigen-Strom-Versorgung. Eine 81 Quadratmeter große quadratische Freifläche reicht aus, um das neue Konzept umzusetzen.

„Machen Sie sich zum Eigen-Energie-Erzeuger!“
Petra Ziegler, Firma Belectric

Privathaushalte können von der Kleinanlage zur Stromerzeugung nicht profitieren, da sich die Investition erst ab einem Eigenstromverbrauch von mehr als 25 000 Kilowattstunden pro Jahr rentiert. Ideal also für Dauerstromfresser wie Kläranlagen, Kleinunternehmen oder weitere städtische Betriebe. Der mögliche Ertrag mit der Anlage liegt bei 10 000 Kilowattstunden pro Jahr.

Nach Zieglers Ausführungen amortisiert sich MyEnergy innerhalb von acht Jahren. Die errechnete Einsparung nach 25 Jahren: 40 000 Euro. Laut Ziegler macht die Investition unabhängig vom stetig steigenden Strompreis. „Machen Sie sich zum Eigen-Energie-Erzeuger“, lautete ihre Aufforderung an die Ratsmitglieder. Die Kosten pro Block belaufen sich auf knapp 15 000 Euro.

Einstimmig beauftragte das Gremium die Stadtverwaltung, geeignete Standorte für die Installation solcher Anlagen zu finden. Laut Verwaltungschef Gerhard Wagenhäuser eignen sich eventuell die beiden Kläranlagen in Volkach und Obervolkach für den Miniblock, was allerdings näher geprüft werden müsse. Über die mögliche Investition von 30 000 Euro muss dann der Verwaltungsrat der Stadtwerke Volkach (Kommunalunternehmen) entscheiden. Eine Baugenehmigung ist für MyEnergy nicht erforderlich.

Weitere Themen im Stadtrat:

• Für das Baugebiet „An der Schaubmühle“ hat der Stadtrat verschiedene Änderungen des Bebauungsplans beschlossen. „Aus ökonomischen Gründen sowie zur Verbesserung der verkehrsmäßigen Erschließung des zweiten Bauabschnitts“, so der Wortlaut des Beschlusses. Die einst geplanten sieben Wohnwege werden um drei reduziert. Auf die beiden Fußwege entlang der östlichen Wohnwege wird verzichtet. Der neue Bebauungsplan erlaubt ferner Wandhöhen von vier Metern und zweistöckigen Bau. Die Änderungen, die das Ingenieurbüro Horn aus Eibelstadt in der Sitzung vorstellte, werden öffentlich ausgelegt und können von den Bürgern in der städtischen Bauverwaltung eingesehen werden. Die Erschließungsplanung des Büros Horn wurde anerkannt. Roger Schmidt (BL) stimmte als einziges Ratsmitglied gegen beide Beschlüsse.

• Beim Ausbau der Dr.-Eugen-Schön-Straße wird der Einmündungsbereich der Riemenschneiderstraße/Oberer Haidweg aufgrund seines schlechten Zustands mit erneuert. Die Firma Hoch- und Tiefbau Müller, die in der Dr.-Eugen-Schön-Straße zu Gange ist, wurde mit den Zusatzarbeiten beauftragt. Die Mehrkosten für die Stadt belaufen sich auf 20 900 Euro. Die Bauleitung hat das Ingenieurbüro Weimann aus Dettelbach. Für die marode Meißnerstraße soll das Büro einen Sanierungskonzept ausarbeiten. Sobald dieser vorliegt, will Bürgermeister Peter Kornell eine Anliegerversammlung abhalten, um über die Kosten zu informieren.

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