KITZINGEN

Klärschlamm bleibt eine zähe Angelegenheit

Strom und Wärme aus Klärschlamm: Diese inzwischen gut drei Jahre alte, ehrgeizige Vision der Stadt Kitzingen scheint irgendwie in der Verwaltung hängen geblieben zu sein. Passiert ist jedenfalls nichts:
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Neue Lösungen im Umgang mit dem in der Kläranlage Bad Kissingen anfallenden Klärschlamm sind in der Zukunft aus Sicht der CSU-Stadtratsfraktion vonnöten. Foto: FOTO Siegfried Farkas

Strom und Wärme aus Klärschlamm: Diese inzwischen gut drei Jahre alte, ehrgeizige Vision der Stadt Kitzingen scheint irgendwie in der Verwaltung hängen geblieben zu sein. Passiert ist jedenfalls nichts: Die Restmasse – rund 3200 teilentwässerte Tonnen – aus dem Klärwerk wird kompostiert. Dies stieß am Donnerstag im Finanzausschuss auf Kritik von KIK-Fraktionschef Klaus Christof, der schon 2009 den Anstoß für ein Alternativ-Projekt gegeben hatte. Vergebens.

Was Christof stinkt, ist nicht die rund 197 000 Euro teure Entsorgung des Klärschlamms. Seine Kritik entzündete sich an der Tatsache, dass der Stadtrat Mitte 2010 die Verwaltung beauftragt hatte, eine „ökologische Lösung“ zu suchen. Ziel sei es damals gewesen, mit Nachbarkommunen ein Energieprojekt auf den Weg zu bringen, um das gemeinsame Problem Klärschlamm zu lösen.

Die Vision damals: Das Kitzinger Klärwerk sollte nach dem Vorbild einer Hamburger Anlage ein Biomassekraftwerk und eine Klärschlammvergasungsanlage erhalten. Beide Teile wären verknüpft. Mit der Abwärme der Biogasanlage würde der Klärschlamm getrocknet, um als Brennstoff in der Vergasungsanlage zu landen. Deren Endprodukt würde ein Blockheizkraftwerk antreiben, Wärme und Strom erzeugen.

Das Problem bei der Sache: Kitzingen alleine könnte die Anlage nicht wirtschaftlich betreiben. Deshalb ging damals im Stadtrat der Auftrag an die Verwaltung, in einem 30-Kilometer-Umkreis Kommunen für eine Beteiligung zu gewinnen. Diese Vorstellung war offensichtlich OB Siegfried Müller nicht mehr geläufig. Der verwies hartnäckig darauf, dass es derzeit Verhandlungen mit den Kläranlagen-Partnern (Buchbrunn, Rödelsee, Mainbernheim, Marktsteft und Sulzfeld) über eine neue Zweckvereinbarung gebe, die Grundvoraussetzung für Entwicklungen auf der Kläranlage sei.

Klar wurde immerhin: Die Stadt hat den Stadtrats-Auftrag zur Verhandlung mit anderen Kommunen nicht erfüllt und offensichtlich nach einem Vorort-Termin auf einer Klärschlammverbrennungsanlage bei Crailsheim, die zwischenzeitlich außer Betrieb ging, zu den Akten gelegt. Bauamtschef Oliver Graumann betonte allerdings, dass die Verwaltung dabei sei, einen Vorschlag zur Klärschlammentsorgung zu entwickeln. Wann der auf den Tisch kommen soll, ist noch unklar.

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