BUCHBRUNN

Kläranlage wird immer teurer

Wenig erbaut war der Buchbrunner Gemeinderat von dem, was Kitzingens Oberbürgermeister in Sachen Sanierung der Kläranlage Kitzingen in der Sondersitzung vortrugen.
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Symbolbild Geld
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Wenig erbaut waren Bürgermeister Hermann Queck und sein Buchbrunner Gemeinderat von dem, was Kitzingens Oberbürgermeister Siegfried Müller, Stadtkämmerin Monika Erdel und Helmut Wehr vom Stadtbauamt in Sachen Sanierung der Kläranlage Kitzingen in der Sondersitzung am Dienstag vortrugen.

Eine Zweckvereinbarung zur Nutzung der Kläranlage ist seit Jahren in der Schwebe. Darin geht es neben den Nutzungsbedingungen vor allem auch um Kostenbeteiligungen und Einleitgebühren. Die seit 2013 laufende Grundsanierung war seitens der Stadt mit 7,1 Millionen Euro angegeben worden, verteuerte sich inzwischen aber auf rund 8,8 Millionen Euro.

Notwendige Sanierung

Die Gemeinde Buchbrunn hatte 2014 und 2015 jeweils 59 602 Euro an die Stadt überwiesen, allerdings unter Vorbehalt. Die erste Zweckvereinbarung (1988) war 1990 ergänzt worden und trat 2002 außer Kraft. Seither laufen Verhandlungen – bislang ergebnislos. Im Einzelnen geht es um das Investitionsvolumen. Helmut Wehr führte dazu aus, dass wesentliche Teile der Kläranlage mehr als 40 Jahre alt sind und erneuert werden mussten. Als triftigen Grund nannte er den bei modernen Elektroantrieben erheblich geringeren Energiebedarf.

Zudem seien wie bei der vorhandenen Steuerungsanlage vielfach keine Ersatzteile mehr zu bekommen gewesen. Durch die Nutzung entstehender Gase, die eigene Photovoltaikanlage und den verringerten Energiebedarf versprach Wehr eine deutliche Senkung der Betriebskosten, die sich schon jetzt abzeichneten. OB Müller versprach sich davon ebenso mehr Wirtschaftlichkeit.

Den Buchbrunnern geht es aber auch um die Bewertung ihres Abwasserkontingents, das in den Klärbetrieb eingebracht wird sowie dessen Schmutzbelastung. Stadtkämmerin Erdel führte aus, dass jede angeschlossene Gemeinde entsprechend der Nutzung der Anlage belastet werden muss. Bislang war Buchbrunn (1100 Einwohner) mit 1800 Einwohnergleichwerten (EGW) beteiligt, damit wurde die im Abwasser enthaltene Schmutzfracht rechnerisch berücksichtigt. Seit Jahren steigt jedoch der Schmutzeintrag aus der Gemeinde, so dass der Kommunale Prüfverband eine Anhebung auf 2250 EGW anregte.

Wegen weiterhin steigender Werte will die Stadt sogar auf 2500 EGW gehen und gleichzeitig das Abwasserkontingent aller angeschlossenen Kommunen von 100 000 auf 85 000 Einwohnerwerte absenken. Derzeit bringt die Stadt selbst durchschnittlich 45 000 Einwohnerwerte ein, 65 000 EGW wären zur Abdeckung von Lastspitzen ausreichend. Im Gemeinderat mochte niemand verstehen, wie es zu einem dauerhaft hohen und immer noch steigenden Schmutzwassereintrag kommen kann. Die Abwasserbelastung wird vom Klärpersonal gemessen.

Kontrollmessungen gefordert

Georg Hopfengart verlangte daher Kontrollmessungen. In der Diskussion wurde vermutet, dass unregelmäßig größere Regenereignisse im Buchbrunner Becken zu einem starken Schmutzwassereintrag in die Kanalisation führen und dabei Ablagerungen gelöst und mitgeschwemmt werden.

Bis 2013 hätte die Gemeinde bei einem Abwasserkontingent von 100 000 Einwohnerwerten und einem Anteil von 1800 Einwohnerwerten 158 400 Euro aufbringen müssen. Durch die Verringerung des Abwasserkontingents auf 85 000 Einwohnerwerte und die gleichzeitige Erhöhung des Buchbrunner Anteils auf 2500 Einwohnerwerte fordert die Stadt nun 258 823 Euro – also rund 100 000 Euro mehr.

Die Ratsrunde nahm die Ausführungen der Gäste zur Kenntnis, verzichtete aber zunächst auf eine Entscheidung. Erst einmal sacken lassen, meinte Bürgermeister Queck. Lorenz Weidenbach verwies darauf, dass ein Betrag in dieser Höhe im Haushalt nicht aufzutreiben sei. Zunächst wird sich die Verwaltung um die Möglichkeiten von Kontrollmessungen kümmern.

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