MICHELFELD

Kläranlage, Babyboom und Tempo 30

Auch wenn Michelfeld über eine Umgehungsstraße par excellence verfügt und wohl vor allem Michelfelder die Straßen im Ort nutzen: Hauptthema bei den Fragen der Michelfelder in der Bürgerversammlung am Donnerstagabend war der Verkehr im Dorf am Rande der Stadt. Das reichte von „Rechts vor Links“ im gesamten Ortsgebiet und damit Verzicht auf Straßenschilder oder auch der Einführung von Tempo 30.
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Lob: Ein Präsent gab es am Ende der Bürgerversammlung in Michelfeld von Bürgermeister Thomas Reichert (links) für Erni und Friedrich Kraft für die Aufsicht an der Schulbushaltestelle: Für beide kein Problem, denn früh aufstehen tun sie gerne und so freuen sich die seit vielen Jahren ehrenamtlich Engagierten auch, die Kinder des Dorfes kennenzulernen. Foto: Foto: Robert haaß

Auch wenn Michelfeld über eine Umgehungsstraße par excellence verfügt und wohl vor allem Michelfelder die Straßen im Ort nutzen: Hauptthema bei den Fragen der Michelfelder in der Bürgerversammlung am Donnerstagabend war der Verkehr im Dorf am Rande der Stadt. Das reichte von „Rechts vor Links“ im gesamten Ortsgebiet und damit Verzicht auf Straßenschilder oder auch der Einführung von Tempo 30.

Vor der Fragerunde der Bürger gab Bürgermeister Thomas Reichert eine knappe Stunde lang Bericht über Statistiken, Rückblick und Ausblick. Viel Lob gab es dabei für die Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft, die nach Meinung des Bürgermeisters allerdings personell unterbesetzt ist. Recht schnell musste Reichert auch feststellen: Es sind insgesamt sechs Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft zusammengeschlossen, nicht alles geht so schnell wie gewünscht.

Eine Folge des erfreulich starken Bevölkerungszuwachses: Noch ist die Erweiterung des Kindergartens nicht eingeweiht, wird bereits über den nächsten Schritt beraten. Hier gab es wohl einige Gespräche in nichtöffentlicher Sitzung, mehr könnte in der Stadtratssitzung am Montag bekannt werden. „Wir sind uns einig, alles dafür tun zu wollen, die Schule und den Kindergarten zu erhalten“, sagte Reichert, ohne auf Details einzugehen.

„Baustellen“ gibt es auch in Michelfeld: Dauerthema seit Jahren ist die eigene Kläranlage des Ortsteils, deren Zukunft immer wieder im Gespräch steht. „Wir kämpfen mit allen Mitteln dafür, dass die Anlage erhalten werden kann“, sagte der Bürgermeister und präsentierte auch gleich den „Fachmann“ dafür: Stadtrat Achim Leybach arbeitet sich derzeit in die Thematik ein, ist noch in der „Vorermittlung“, sieht aber durchaus eine Chance zum Erhalt der Anlage, die „wir bis zum Ende verfolgen“.

Bauplätze gebe es noch in Michelfeld, die aber sind in Privathand – und keiner möchte verkaufen. Drei bis vier könnten auf einem städtischen Grundstück im Anschluss ans Baugebiet ausgewiesen werden, womit auch die Chance besteht, ein Erschließungsproblem im Ort zu lösen. Noch vor dem nächsten Winter soll auch die schon lange diskutierte schlechte Isolierung des Michelfelder Feuerwehrhauses angegangen werden – ob dabei die immer wieder geforderten Sanitäranlagen gebaut werden können, ist noch offen.

Handlungsbedarf gibt es im Bauhof in Marktsteft. Dort herrschen engste Verhältnisse, zudem fehlen einfachste Ausstattungen für die Mitarbeiter, es gibt noch nicht einmal eine Waschgelegenheit. Sollte ein entsprechendes Objekt gefunden werden, wird die Stadt handeln.

Wenig konkret war Reicherts Aussage zum Dauerthema Kreuzung Traugraben/Staatsstraße: Auch wenn die Sichtschutzwände einiges gebracht haben und die Unfallzahlen deutlich gesunken sind, das staatliche Bauamt arbeitet, so das Ergebnis eines Gesprächs, mit Hochdruck an einer Lösung, die noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll.

Kinderspielzeug bremst

Zu den Verkehrsproblemen verließ sich Reichert ganz auf die Ergebnisse der Verkehrsschau im vergangenen Jahr: Es werde nur dort eingegriffen und reglementiert, wo es auch den Rat der Fachbehörden gibt. Eine generelle Tempo 30-Regelung wäre zwar wünschenswert – die aber müsste überwacht werden. Der Tipp des Bürgermeisters: Wenn wo zu schnell gefahren wird, könnte Kinderspielzeug am Straßenrand helfen.

Etwas betroffene Gesichter beim Einwurf von Walter Gust, der die mangelnde Pflege von Grünflächen in Folge der Flurbereinigung kritisierte: Hier sei tatsächlich die Stadt zuständig.

Erni und Friedrich Kraft standen am Ende dann im Mittelpunkt: Unbürokratisch hatte das Ehepaar mit Schuljahresbeginn die ehrenamtliche Aufsicht über die Schulbushaltestelle übernommen und sorgt seitdem hier für Sicherheit.

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