Kitzingen

Kitzinger lesen aus Werken von Engelbert Bach

Zum 20. Todestag des Kitzinger Mundartdichters hatte die Familie eine Lesung organisiert. Es kamen so viele Besucher, dass die Plätze nicht reichten.
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Freund Sepp Denninger, Sohn Eberhard Bach und Schwester Irmengard Vogt (von links) haben zum 20. Todestag von Engelbert Bach zu einer Lesung geladen. Foto: Willi Paulus
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Im Gedicht "Frankn" schreibt Engelbert Bach: "Man is blos`glücklich, wo`s einem gefällt." Dem gebürtigen Kitzinger dürfte es in seiner Heimat gefallen haben, er gilt als Philosoph unter den fränkischen Mundartdichtern . Bach vereinigte in seinen unzähligen Geschichten und Gedichten das Wendige, Witzige und Widersprüchliche wie kein Anderer.

Im November 1999 war Engelbert Bach im Alter von 70 Jahren gestorben. Zum 20. Todestag haben sein Sohn Eberhard Bach und die Familie am Sonntag die Veranstaltung  "Kitzinger lesen Engelbert Bach" organisiert. Der Erinnerungsnachmittag war eine Hommage an einen großen Künstler.

Bach hat große Fußabdrücke hinterlassen

"Er ging viel zu früh, aber er hat dabei für uns alle große Fußabdrücke hinterlassen," sagte sein Sohn Eberhard bei der Begrüßung im historischen Sitzungssaal des Kitzinger Rathauses. Weil es einen so großen Andrang gab, musste ein Teil der Besucher der Lesung im Vorraum folgen.

Vortragende waren die Schwester Irmengard Vogt und Sepp Denninger, Freund und größter Fan von Engelbert Bach. Das literarische Werk Bachs, mit seinem Facettenreichtum, seiner ausgeprägten Beobachtungsgabe und seinem Umfang, wurde schon zu Lebzeiten vielfach durch Preise gewürdigt, erinnerte sein Sohn. Ein bewegender Moment war der Vortrag "Abschied" durch die Schwester. Das bisher unveröffentlichte Gedicht hatte Engelbert Bach wenige Tage vor seinem Tod geschrieben, wohl wissend, dass er seinen letzten Gang antreten musste.

Eine Gedenktafel für die Bratwurst

Bach traf es oft auf den Punkt: "Ein Karpfen, der seitlich liegt – liegt meist beim Gast auf der Platten." In die Zukunft blickte Bach mit der Geschichte um die Enthüllung einer Gedenktafel zum 150. Geburtstag an seinem Haus. Zuviel der Ehre meinte Bach. "Der Bratwurst gehört die Gedenktafel, die ist auch noch an ihrem 150. Geburtstag in aller Munde."

Eine Heimat fand Bach in der Künstlergilde "Hetzfelder Flößerzunft." Flößmäster Lothar Hartlieb begrüßte die "Bach-Gemeinde" und erinnerte sich, dass der "Spezie," wie Bachs Flößername lautete, stets ein aktives Gildemitlied gewesen sei. In diesem Kreis trug er oftmals seine frisch zu Papier gebrachten Werke vor. "Er war nie auf Effekthascherei aus, konnte um drei Ecken denken. Mit seiner literarischen Hinterlassenschaft ist er mitten unter uns", so Hartlieb.

Die Holzbläsergruppe des Kolping-Musik-Korps begleitete den Abend musikalisch.

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