Kitzingen

Kitzinger Werkstattbrand: Geldstrafe für Betreiber

Aus dem Gericht: Falscher Umgang mit Benzinpumpe löst Feuer in Werkstatt aus – Geldstrafe wegen fahrlässiger Brandstiftung
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Feuer hat Ende Juni 2018 eine Autowertstatt in Kitzingen komplett zerstört. Jetzt gab es das gerichtliche Nachspiel dazu. Foto: Oliver Berg (dpa)

Ein Feuer hat Ende Juni 2018 eine Autowertstatt in Kitzingen komplett zerstört. Bei dem Brand ist ein Schaden von rund 70000 Euro entstanden. Jetzt hatte das Feuer ein juristisches Nachspiel. Wegen fahrlässiger Brandstiftung ist der Betreiber der Werkstatt zu einer Geldstrafe von 1000 Euro (40 Tagessätze zu 25 Euro) verurteilt worden.

An die Öffentlichkeit kam die Geschichte, weil der Automechaniker Einspruch gegen einen Strafbefehl eingelegt hat. Damit kam es zur öffentlichen Verhandlung vor dem Amtsgericht. In der zeigte sich schnell, dass der 53-Jährige an einer Verurteilung nicht vorbei kommen wird. "Die 40 Tagessätze sind ein relativ günstiges Angebot an der unteren Grenze", machte ihm der Staatsanwalt klar. Die Richterin riet ihm dringend, den Einspruch auf die Höhe der Tagessätze zu beschränken. 40 Euro standen im Strafbefehl. Weil der Mann durch den Brand seine Existenz verloren hat und heute mit 800 Euro auskommen muss, reduzierte das Gericht den Tagessatz auf 25 Euro.

Brandursache: Funkenflug 

Damit hatte der Mann 600 Euro gespart, auf der anderen Seite aber die fahrlässige Brandstiftung eingeräumt. Der Mann hatte es im Juli 2018 in seiner Werkstatt mit einem falsch betankten Auto zu tun. Diesel statt Benzin war in den Tank geflossen. Der Fachmann pumpte den Diesel ab und füllte den Tank dann mit Benzin. Dazu pumpte er den Treibstoff mit einer Benzinpumpe aus einem direkt neben der Pumpe stehenden Benzinfass um. Dabei ist es passiert. Funkenflug setzte Benzindämpfe in Brand. Dieser breitete sich aus und führte zum Totalschaden in der Werkstatt.

Fahrlässigkeit im Spiel

Der  Mann und sein Verteidiger versuchten zunächst, mögliche andere Ursachen für den Brand ins Spiel zu bringen. Gericht und Staatsanwalt stellten aber schnell klar: Der Fachmann hätte die Gefahr erkennen müssen, Fahrlässigkeit sei nicht wegzudiskutieren. Den Vorschlag, das Verfahren gegen eine Auflage einzustellen, machte der Staatsanwalt nicht mit: "Dafür ist der Schaden zu hoch." Die Folge war die Beschränkung des Einspruchs und die Reduzierung des Tagessatzes.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren