Kitzingen

Kitzinger Sozialzaun: Idee bleibt trotz Vandalismus bestehen

Seit 2016 gibt es im Hof der Feuerwehr einen Sozialzaun. Eine schöne Idee, die zuletzt wegen Vandalismus und Verschmutzung in Frage stand. Doch es soll weiter gehen.
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Der Sozialzaun beim Feuerwehrhaus in Kitzingen ist derzeit gesperrt – es gab einfach zu viel Vandalismus. Foto: Frank Weichhan
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"Auf Grund der andauernden Verwüstung", so steht es auf dem im Wind an einem schwarz-gelben Absperrband baumelnden Zettel, "wird der soziale Zaun temporär bis zum 1. Dezember geschlossen." Die gähnende Leere herrscht an dem ungewöhnlichen Zaun am Rande des Hofs des Kitzinger Feuerwehrhauses in der Landwehrstraße schon einige Wochen: "Wir haben den Zaun für drei Monate gesperrt", sagt Uwe Hartmann. Der Stadt- und Kreisrat der Bayernpartei ist so etwas wie der Erfinder des Zaunes: Durch seine Initiative wurde die Einrichtung im Jahr 2016 geschaffen.

Man habe auf die "zunehmende Vermüllung" reagieren müssen, betont Hartmann auf Anfrage dieser Redaktion. Zuletzt seien Säcke mit verschmutzter Kleidung abgestellt worden – teilweise Gelbe Säcke mit gebrauchten Windeln. Oder Lebensmittel, die vor sich hin gammelten. Immer wieder wurden auch Kleidungsstücke aus den Beuteln genommen und bei Nichtgefallen achtlos auf den schmutzigen Boden geworfen. Aufgeräumt hätten dann immer die Mitglieder der Bayernpartei.

"Zaun gut angenommen"

An der Grundidee hält Hartmann allerdings fest: "Der Zaun wurde sehr gut angenommen." Es gebe Stammkunden, die "auch aus den umliegenden Altersheimen" kämen. Deshalb werde es mit dem Sozialzaun auch weitergehen: Am 30. November oder 1. Dezember werde der Zaun mit einer "Suppenspeisung" für die Bedürftigen, die die Bayernpartei organisiert, wieder in Betrieb genommen. Damit wolle man sich "bei den Bedürftigen für ihre Geduld bis zur Wiedereröffnung bedanken", so Hartmann.

Auch der Standort bleibe: Der Hof der Feuerwehr sei "für diesen Zweck ideal, da eine gewisse Intimität gewahrt bleibt". Auf der anderen Seite befeuert die Abgeschiedenheit natürlich auch den Vandalismus, da macht sich Hartmann nichts vor. Deshalb behalte er sich zusammen mit der Stadtverwaltung auch vor, im Falle eines Falles "den Zaun wieder eine Zeit lang zu sperren, sollte der Unrat wieder zunehmen".

Die Geburtsstunde des Zaunes , der anonyme Hilfe für Bedürftige garantiert, hatte Anfang Februar 2016 geschlagen. Damals gab es zunächst einen Probelauf im Hof der Feuerwehr. Das Angebot war als Ergänzung zum Sozialkaufhaus, zu der Kitzinger Tafel und zu den Kleiderkammern gedacht. Die aus Darmstadt stammende Idee, die Uwe Hartmann in den Stadtrat getragen hat, ist einfach: Jeder kann etwas bringen. Und jeder kann sich nehmen, wenn er braucht. Anonym, rund um die Uhr.

Einteilung in verschiedene Bereiche

Drei Bauzaunfelder hatte der städtische Bauhof seinerzeit aufgebaut. Zugänglich ist der Zaun über den Hof von der Landwehrstraße aus, aber auch über den Zugang vom Main aus. Eingeteilt ist die Fläche in verschiedene Bereiche, wie Hygieneartikel, Textilien und auch Tiernahrung.

Um möglichen Vandalismusschäden entgegenzuwirken, hatte sich die Bayernpartei von Anfang an bereiterklärt, regelmäßig Kontrollgänge zu machen. Dies wird – da macht sich keiner der Beteiligten etwas vor – auch nach der Wiedereröffnung weiter dringend nötig sein.

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