Kitzingen

Kitzinger Schulen warten weiter auf Digital-Förderung

Schulen in Kitzingen brauchen weiterhin Geduld: Weil noch keine Fördergelder fließen, steht die Beschaffung digitaler Geräte still. Landrätin Bischof sucht nach Lösungen.
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In Kitzingens Schulen fehlt es häufig noch immer an digitaler Infrastruktur. Foto: dpa/Friso Gentsch

Der vom Bund und den Ländern beschlossene "Digitalpakt Schule" ist Mitte Mai gestartet, doch bis die Fördergeld für die digitale Infrastruktur fließen, geht weiter viel Zeit ins Land. Zeit, die viele Schulen nicht haben – auch nicht im Landkreis Kitzingen. "Es gibt in unseren Schulen teilweise dringenden Bedarf", sagt Landrätin Tamara Bischof am Montag im Schulausschuss im Kitzinger Landratsamt. "Wenn es nach dem Lehrplan geht, müssten sie Dinge im Unterricht umsetzen, die aufgrund der vorhandenen Infrastruktur nicht möglich sind."

Knackpunkt ist der Kauf der Geräte. Und der Grund dafür liegt weder bei den Schulen noch beim Landkreis: Die erforderlichen Antragsunterlagen für die Förderung sind noch nicht vorhanden. Laut Stefan Wolbert (FW) sind die Schulen vorbereitet und die Lehrer ausgebildet. "Woran es jetzt fehlt, ist die Umsetzung."

Dem Landkreis Kitzingen steht ein Fördersatz von 90 Prozent und eine Höchstfördersumme von knapp 1,2 Millionen Euro für seine Schulen zu. Die entsprechende Förderrichtlinie wurde in Bayern Ende Juli verabschiedet. Zum Ausbau der digitalen Infrastruktur stellt der Bund dem Freistaat insgesamt 778 Millionen Euro zur Verfügung. 

Dringender Bedarf bei zwei Schulen

Bei zwei Schulen im Landkreis, so hat es Bischof bei einer Schulbegehung vergangene Woche erlebt, besteht besonders dringender Bedarf. Hier müsse mit der Regierung abgeklärt werden, inwiefern eine vorzeitiger Kauf mit der Förderrichtlinie vereinbar sei. Ist er das nicht, müsse man abstimmen, ob man weiterhin wartet oder die Beschaffung ohne Förderung vorgenommen werden soll. In diesem Fall will Bischof aber auf Nummer sicher gehen: "Wenn man solche Maßnahmen vornimmt – sprich eine 90-Prozent-Förderung nicht nehmen – dann will ich von oberster Stelle unterschrieben haben, dass die  Beschaffung derart eilig ist." 

Während es noch dauert, bis die Geräte tatsächlich bei den Schülern ankommen, geht es beim Glasfaserausbau voran. Sachgebietsleiterin Renate Moller berichtet, dass sie noch in diesem Jahr mit der Fertigstellung durch die Telekom rechne. 

Der "Digitalpakt Schule" ist auf fünf Jahre ausgelegt. "Bis das erste Finanzierungspaket ausgeschöpft ist, ist die Hardware schon veraltet und es geht wieder von vorne los", beschreibt Margit Hofmann (SPD) ein mögliches Problem. Außerdem könne es nicht sein, dass Lehrer dafür keine Kapazitäten hätten und das Thema Digitalisierung "nebenbei" – neben ihrem Unterricht – machen.

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