Kitzingen

Kitzinger Kulturpreis 2019 für Gabriele Brunsch

Für einen Moment verwandelte sich der historische Sitzungssaal des Rathauses in ein Theater. Gabriele Brunsch, Inhaberin des Kitzinger Papiertheaters in der Grabkirchgasse, erhielt den Kulturpreis der Stadt Kitzingen für herausragende Verdienste um das kulturelle Leben in der Stadt.
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Der Kulturpreis der Stadt Kitzingen geht in diesem Jahr an Gabriele Brunsch, Inhaberin des Papiertheaters. Im Bild von links: Laudatorin Liane Thau, Gabriele Brunsch, Oberbürgermeister Siegfried Müller. Foto: Willi Paulus

Für einen Moment verwandelte sich der historische Sitzungssaal des Rathauses in ein Theater. Gabriele Brunsch, Inhaberin des Kitzinger Papiertheaters in der Grabkirchgasse, erhielt den Kulturpreis der Stadt Kitzingen für herausragende Verdienste um das kulturelle Leben in der Stadt.

"Es ist ein bisschen Theater, ein Stück kindlicher Fantasie, Kreativität, viel Handarbeit und ein Hauch Magie," erklärte Oberbürgermeister Siegfried Müller das Schaffen von Gabriele Brunsch. Vorgeschlagen hatte sie Professor Klaus Arnold, den der OB zugleich mit einer Reihe früherer Preisträger begrüßte. Mit dem Preisgeld von 1000 Euro ist auch das Recht verbunden, eine Veranstaltung wahlweise in der Alten Synagoge, der Rathaushalle oder dem historischen Sitzungssaal abzuhalten.

Künstlerin, Autorin, Selfmade-Frau

Die Kunsthistorikerin Liane Thau beschrieb in ihrer Laudatio Gabriele Brunsch als Autorin, Regisseurin, Künstlerin und Selfmade-Frau. Sie beschrieb die Entwicklung der um das Jahr 1810 entstandenen Minibühnen und den bewegten Lebensweg der Preisträgerin."Ihren ersten Auftritt hatte sie als Neunjährige als kleinster der sieben Zwerge im Märchen Schneewittchen." Sieben mal musste sie die Schule wechseln, schließlich wurde sie mit 21 Jahren Englischlehrerin am Armin-Knab-Gymnasium in Kitzingen.

Zur 1250 Jahrfeier von Kitzingen brachte sie ein historisches Drama zum Bauernkrieg mit dem Titel "Träum`nicht Julia" heraus. "Ein großartiges Schauspiel auf drei Bühnen und 150 Mitwirkenden," so die Laudatorin. 1998 kam Brunsch erstmals mit dem Papiertheater im Marktbreiter Museum in Berührung. Voller Begeisterung brachte sie 1999 den "Fliegenden Holländer" heraus,eine Kurzoper mit eigenem Text, bei der Dorotheas Reichelt und Helga Kelber im Team mitwirkten.

20 Theaterstücke im Repertoire

2005 begann in der ehemaligen Kitz-Galerie in der Grabkirchgasse die Erfolgsgeschichte des Papiertheaters, für das sich auch das Bayerische Fernsehen interessierte und einen Film drehte. Immer wieder nimmt Gabriele Brunsch an auswärtigen Festivals teil. Im Moment entsteht das Weihnachtsmärchen "Auf Wölkchen 23 ist der Teufel los!". Ihr Repertoire umfasst bereits 20 Theaterstücke. Ihr Theater und die Reisebühne hat sie selbst gezimmert. Die Figuren, Kleidung, Bühnenbilder - alles macht sie selbst."Trotz aller Müh`und Plag`ist das Papiertheater und sonstige künstlerische Aktivitäten doch die Erfüllung eines Traumes," so Liane Thau.Brunsch verstehe es, Menschen aus dem Alltag zu reißen, neue Einsichten zu vermitteln und sie für eine Weile glücklich zu machen.

Gabriele Brunsch zeigte sich berührt von der Ehrung und präsentierte mit ihrem Papiertheater eine Szene ihres Stückes "Glück und Leid." Umrahmt wurde die Feierstunde von Julia Rosenberger an der Harfe. "Wir haben die richtige Wahl getroffen," meinte OB Müller als Reaktion auf den lang anhaltenden Beifall für die Preisträgerin.    

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