KITZINGEN

Kitzinger Flugplatz rollt auf die Startbahn

Neben dem lauten Startschuss für den Kitzinger Technologiepark "conneKT" im Stadtrat blieben die Planungen für den Rest des rund 200 Hektar großen Areals eher unauffällig. Der einstige US-Flugplatz, der als Sonderlandeplatz seine Wiedererweckung erleben soll, könnte nach den Plänen des Luftsportclubs Kitzingen (LSC) in wenigen Monaten in Betrieb gehen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der verwaiste Tower: Die einstige Kommandozentrale des US-Flugplatzes in Kitzingen wartet ebenso auf ihre Wiederbelebung wie das Flugfeld. Letzteres könnte nach den Hoffnungen des künftigen Betreibers, des Luftsportclubs Kitzingen (LSC), im Sommer in Betrieb gehen. Foto: Foto: Blumquadrat

Neben dem lauten Startschuss für den Kitzinger Technologiepark „conneKT“ (ehemalige Harvey Barracks nahe Großlangheim) im Stadtrat blieben die Planungen für den Rest des rund 200 Hektar großen Areals eher unauffällig. Der einstige US-Flugplatz, der als Sonderlandeplatz seine Wiedererweckung erleben soll, könnte nach den Plänen des Luftsportclubs Kitzingen (LSC) in wenigen Monaten in Betrieb gehen.

„Ich gehe felsenfest davon aus, dass wir im Sommer fliegen“, sagt Herbert Sattler. Der Vorsitzende des LSC, der ebenso wie die rund 50 Aktiven des Luftsportclubs schon seit vier Jahren auf die Wiederinbetriebnahme wartet, setzt optimistisch auf die Erreichung dieses Ziels. Die Kampfmittelräumung am Flugfeld sei fast abgeschlossen, der Genehmigungsantrag könne in Kürze an das Luftamt Nordbayern geschickt werden.

Mit dem vor wenigen Tagen genehmigten Bebauungsplan für das „conneKT“-Gelände, zu dem auch der Flugplatz gehört, ist laut Bauamtschef Oliver Graumann – aus Sicht der Stadt – der Weg frei für eine rasche Eröffnung. Das Genehmigungsverfahren, das der LSC und „conneKT“-Investor Markus Blum gemeinsam betreiben, könne „unmittelbar“ beginnen.

Ein Knackpunkt ist Sattler zufolge aus dem Weg: „Die Finanzierung steht.“ Dazu gehört auch ein Zuschuss von maximal 300 000 Euro, mit dem sich die Stadt Kitzingen an dem nach bisheriger Schätzung 650 000 Euro teuren Start des Sonderlandeplatzes beteiligen würde.

„Ich gehe felsenfest

davon aus, dass wir im Sommer fliegen.“

Herbert Sattler Vorsitzender des LSC Kitzingen

Schon realisiert ist die Nutzung einer Teilfläche auf dem Flugplatzgelände. Im Südwesten der Landebahn (Richtung Kitzingen) existiert ein Solarpark auf einem rund fünf Hektar großen Gelände. Die Anlage, die Graumann zufolge „am Netz“ ist, raubt der Start- und Landefläche zwar einiges an Länge, lässt aber den LSC-Piloten noch jede Menge Landebahn übrig. Die Betonpiste mit jetzt rund 1,4 Kilometern Länge sei sowohl für den Motor- als auch den Segelflug ausreichend, betonte Sattler.

Der LSC-Vorsitzende und seine Vereinskollegen haben in der Vergangenheit viel Geduld bewiesen. Erst gab's vor fast zehn Jahren im Kitzinger Stadtrat Streit um den Weiterbetrieb des Flugplatzes. Als dann 2007 die Grundsatzentscheidung pro Sonderlandeplatz fiel, half das den LSC-Piloten auch nicht weiter. Mit der ungelösten Frage der Bomben-Blindgänger im Untergrund, blieb das Projekt Flugplatz eine jahrelange Hängepartie – mit herber Folge, als das Luftamt 2011 den Flugplatz wegen der explosiven Hinterlassenschaften sperrte.

Das Problem ist nach zwei Kampfmittel-Suchaktionen und der Entschärfung diverser Blindgänger praktisch gelöst, wie Sattler erklärt. Nun müsste noch das Luftamt die „beschränkte Kampfmittelfreiheit“ anerkennen und könnte dann auf dieser Basis den erneuten Flugbetrieb genehmigen. Mit dem hat die Stadt – mit Ausnahme der Anschubfinanzierung von 300 000 Euro – nichts mehr zu tun. Investor ist die Firma Blumquadrat, Betreiber der LSC.

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.