Kitzingen

Kitzinger Brücken sind Dauerbaustellen

Die Bauwerke, die die Bewohner links und rechts des Mains verbinden, sind in unterschiedlichem Zustand. Am schlimmsten ist eine unscheinbare Brücke in der Stadt betroffen.
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Nicht besonders auf-, aber baufällig: die Brücke in der Kitzinger Jahnstraße. Foto: Andreas Brachs

Bauen – sanieren, bauen – sanieren: Ein ewiger Kreislauf in einer Stadt wie Kitzingen. Kaum ist eine Baustelle beendet, kündigt sich die nächste an. Jüngst waren im Stadtrat die Brückenbauwerke Ziel von Nachfragen des Gremiums an die Stadtverwaltung. Wie ist deren Zustand? Welche müssen renoviert werden? Eine Zwischenbilanz.

Tobias Haupt von der Tiefbauabteilung im Stadtbauamt stand der Redaktion Rede und Antwort zu den betroffenen Brückenbauwerken.

"Schönheitsfehler" auf der Nordbrücke

Nordbrücke: Auf dem Gehweg fallen die Schäden auf. Die Schutzschicht über dem Beton ist an mehreren Stellen abgeplatzt. Doch in diesem Fall bleibt Haupt gelassen: "Schönheitsfehler" nennt er diese Schäden. Technisch seien sie kein Problem, und deshalb sei auch keine Sanierung fällig.

Beim Bau der Nordbrücke sei der Beton durch eine doppelte Beschichtung versiegelt worden, damit Wasser und Salz nicht in die Tiefe dringen können. Ein Verfahren, das heute nicht mehr angewandt werde, denn diese Beschichtung hält nur ein paar Jahre. Abhilfe kommt vom Bauhof, der die abgeplatzten Stellen säubern wird. Mehr ist nicht nötig.

Roststellen auf der Südbrücke

Südbrücke: Dort gibt es keine Schutzschicht für die in den 1980er-Jahren in Betrieb genommene Brücke. Das Bauwerk weist auf dem Radweg mittlerweile einige Roststellen auf. Eine Folge der Korrosion durch das im Winter eindringende Salzwasser. Haupt erklärt, dass der Bauhof die betroffenen Stellen punktuell sanieren wird.

Sanierungsfall Alte Mainbrücke

Alte Mainbrücke: Sie ist seit 2011 für den Autoverkehr gesperrt und dient seither als Radfahrer- und Fußgängerbrücke. Die Brücke ist ein Sanierungsfall, noch dazu ein umfassender. Das wird für die Stadt nicht billig. Weil sich aber die Belastung des Bauwerks in Grenzen hält, spielt die Verwaltung in diesem Fall auf Zeit. 2020 steht die nächste Hauptprüfung der Brücke an; das will man abwarten, bevor über eine Generalsanierung diskutiert wird. 

Abbruchreife Brücke in der Jahnstraße

Brücke Jahnstraße: Dem normalen Autofahrer wird das kleine Bauwerk über dem Eheriederbach, kurz vor der Einmündung in die Kaltensondheimer Straße, kaum auffallen. Fußgänger nehmen sie eher wahr, weil dort auch eine Haltestelle für Busse und das Anruf-Sammeltaxi steht. Die Brücke ist in die Jahre gekommen und laut Haupt inzwischen auch "baufällig". Deswegen darf kein Schwerlastverkehr mehr durch die Jahnstraße fahren. In den nächsten zwei Jahren will die Stadtverwaltung sie deshalb erneuern. Sprich: Die Stadt wird die Brücke abreißen und vollständig neu bauen lassen. Das wird nicht ganz einfach, weil die Widerlager auf unterschiedlicher Höhe liegen, aber dieses Problem lässt sich technisch lösen, ist der Vertreter der Tiefbauabteilung überzeugt.

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