SULZFELD

Kirche und Rathausboden sind Sanierungsfälle

Dicke finanzielle Bretter bohren heißt es auch in Zukunft für die Gemeinde Sulzfeld: Die katholische Pfarrkirche weist Schäden auf. Saniert werden muss auch der Rosenspitzboden in der zweiten Etage des Rathauses, was nicht einfach sein wird.
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Rarität: Der sogenannte Rosenspitzboden in der zweiten Etage des Sulzfelder Rathauses ist eine Rarität und bedarf dringend einer Sanierung. Der Gemeinderat einigte sich darauf, Fachfirmen zu suchen, die Angebote für eine Reparatur abgeben sollen. Foto: Foto: RALF WEISKOPF

Dicke finanzielle Bretter bohren heißt es auch in Zukunft für die Gemeinde Sulzfeld: Die katholische Pfarrkirche weist Schäden auf. Saniert werden muss auch der Rosenspitzboden in der zweiten Etage des Rathauses, was nicht einfach sein wird.

Mit Schreiben vom 25. März hatte die katholische Kirchengemeinde die Gemeinde informiert, dass in den Jahren 2015/2016 eine Außensanierung der Kirche Sankt Sebastiani geplant sei, berichtet Bürgermeister Gerhard Schenkel am Dienstagabend dem Gemeinderat.

Damit ist automatisch die Gemeinde als Baulastträger des Kirchturms mit im Boot. Rund 729 000 Euro wird die Sanierung kosten, bei der Teile des Dachstuhles repariert, beziehungsweise erneuert werden müssen. Außerdem soll die Außenfassade des Gotteshauses einen neuen Putz samt Anstrich in den Farben Weiß und Rot bekommen.

Die Sanierung des Kirchenschiffs schlägt nach Kostenschätzungen mit 526 000 Euro zu Buch. Die Sanierung des Turmes ist mit rund 202 000 Euro veranschlagt. Die Diözese wird sich an der Turmsanierung mit 50 000 Euro beteiligen. Für den Restbetrag von 152 000 Euro muss die Gemeinde aufkommen. Hier hofft Schenkel auf Zuschüsse durch das Landesamt für Denkmalspflege und die Landesstiftung. Der Rat stimmte einer Vereinbarung mit der Kirchenstiftung zu, in dem diese als Bauträger auftritt.

Weitere Themen des Sulzfelder Gemeinderats:

• Noch ein dickes Fragezeichen steht hinter den Kosten für die Restaurierung des sogenannten Rosenspitz-Fußbodens in der zweiten Etage des historischen Rathauses. Das Landesamt für Denkmalpflege hatte bei einem Ortstermin eine Sanierung für erforderlich erachtet, da sich Ziegelplatten des Bodens aus ihrem Bett lösten und teilweise bereits zerbrochen sind.

Bürgermeister Gerhard Schenkel berichtete, dass auf dem Dachboden des Rathauses noch einige wenige der inzwischen selten gewordenen Fußbodenplatten vorhanden seien. Ratsmitglied Friedrich Staib, Architekt und Fachmann für historische Baustoffe, erklärte, dass es kaum noch einen Hersteller für derartige Bodenplatten geben dürfte und ihm niemand bekannt sei, der diese noch verlege. Er empfahl, nur die besonders schadhaften Stellen ausbessern zu lassen. Der Rat stimmte Staibs Vorschlag zu. Jetzt sollen Firmen gesucht werden, die sich den Boden ansehen und eine Kostenschätzung abgeben. Der Denkmalschutz hat bereits einen Zuschuss in Aussicht gestellt.

• Begonnen hat der Abbau der 20-kV-Freileitung, die von Sulzfeld nach Erlach führt. Dies könnte den Weg dafür freimachen für einen lange gehegten und oft diskutierten Wunsch, erneut eine Schiffsanlegestelle in Sulzfeld zu etablieren. Ob dort eine Anlegestelle für kleine Schiffe, wie die Nixe aus Ochsenfurt oder auch für größere Schiffe entsteht, war im Rat umstritten. Fest steht, Fahrgäste großer Schiffe bekommen ihre Verpflegung meist an Bord und der Besuch von 200 und mehr Gästen auf einen Schlag, die nur befristet Zeit haben, ist von der örtlichen Gastronomie kaum zu bewältigen. Mit der Nixe hat man inzwischen gute Erfahrungen gemacht, da es dort keine Bordverpflegung gibt und die Fahrgäste gerne im Ort einkehren, berichtet Bürgermeister Schenkel. Die Mehrheit im Rat beschloss, zunächst die Kosten für einen Anleger zu ermitteln und die Gastronomie und die Winzer vor einer Entscheidung zu befragen. Auch Zuschussmöglichkeiten im Rahmen des integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes sollen geprüft werden.

• Ebenfalls keine Entscheidung fiel zu dem schon lang gehegten und oft diskutierten Plan, in Sulzfeld Wohnmobilstellplätze zu schaffen. Derzeit gibt es zirka fünf kostenlose Stellplätze ohne Strom-, Wasser- und Kanalanschluss. Nach langer Debatte über den richtigen Standort und Ausbaustandards einigte man sich darauf, zunächst die Bau- und Betriebskosten für einen solchen Platz mit den entsprechenden Anschlüssen zu ermitteln und bei vergleichbaren Gemeinden, Erkundigungen einzuziehen.

• Abgelehnt hat der Rat die Bitte des Fördervereins der Richard-Rother-Realschule in Kitzingen auf Beitritt zum Förderverein. Der Beitrag würde jährlich 180 Euro kosten. Das Gremium war sich einig, dass dann weitere Schulen ähnliche Anträge stellen könnten. Zum einen müsse Sulzfeld eine eigen Schule erhalten, zum anderen würden die Schulen im Landkreis bereits über die Kreisumlage mitfinanziert.

• Erfreuliches berichtet Schenkel vom Ergebnis des Rechenschaftsberichtes über das Haushaltsjahr 2013. Demnach hat die Gemeinde rund 900 000 Euro an Rücklagen, von denen rund 600 000 Euro für Investitionen zur Verfügung stehen würden. Allerdings hatte der Rat vor einigen Wochen beschlossen, diese Gelder mittelfristig zur Schuldentilgung einzusetzen.

• Zugestimmt hat das Gremium einer weiteren Nutzung der Festwiese für das Wasserwachtfest und den Familientriathlon des Roten Kreuzes.

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