Kitzingen

Kinder erobern ihr neues Reich

Die Außenstelle Sonnenschein des St. Vinzenz-Kindergartens ist nach 14 Monaten Bauzeit und Baukosten in Höhe von 1,26 Millionen Euro eingeweiht worden.
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Nach der Renovierung. Die Außenansicht Kindergarten Sonnenschein von vorne.
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Mit einem Lied begrüßten die Kindergartenkinder von St. Vinzenz ihre Gäste zur Einweihung der um eine zweite Gruppe erweiterten Außenstelle Sonnenschein in der Memellandstraße. „Bei uns wird heut‘ gefeiert, bei uns wird heut‘ gelacht, denn in unserem Kindergarten wird ein Fest gemacht“, starteten sie unter Anleitung von Angela Furkel die Feier in den neuen Räumen.

600 Quadratmeter Nutzfläche

In einer Bauzeit von nur 14 Monaten entstand durch einen 375 Quadratmeter großen Anbau eine insgesamt nutzbare Fläche von rund 600 Quadratmetern. Die Kosten für diese Maßnahme beliefen sich auf rund 1,26 Millionen Euro, worauf die Regierung von Unterfranken einen Zuschuss von 724 000 Euro gewährte. „Es ist wichtig, dass wir solche Mittel in Anspruch nehmen können, denn allein könnte eine Stadt wie Kitzingen das alles gar nicht stemmen“, dankte Oberbürgermeister Siegfried Müller für die Unterstützung.

Zuverlässiger Träger

Nachdem die Stadtverwaltung im Frühjahr 2016 einen Bedarf an zusätzlichen Kindergartenplätzen ermittelt hatte, fand sich mit dem St. Vinzenz Verein, vertreten durch seinen Vorsitzenden Manfred Burger, ein zuverlässiger Träger. Der erklärte sich bereit, eine weitere Gruppe mit 25 Plätzen in seiner Außenstelle Sonnenschein einzurichten. Müller hob hervor, dass sich der Stadtrat schnell über die Notwendigkeit einig war und den Beschluss fasste.

Schnelle Planung

Auch das Stadtbauamt habe „alle planerischen Dinge so schnell wie möglich in die Wege geleitet“. Architekt Thomas Geiger, der vor 24 Jahren den Bau des damals neuen Kindergartens leitete, fügte spiegelbildlich zum bestehenden Gebäude den Anbau hinzu. Müller dankte den beteiligten Firmen für ihre Zuverlässigkeit. Nachdem im Juli 2017 die Baugenehmigung erteilt worden war, begannen noch Ende des Monats die Arbeiten. Anfang Oktober war die Bodenplatte fertig, Zimmerer- und Holzbauarbeiten verliefen zügig, so dass im Dezember Richtfest gefeiert wurde.

Bei laufendem Betrieb

Im Februar hatte der Anbau seine technische Ausstattung erhalten und während Osterferien wurden Anpassungen am bestehenden Kindergarten durchgeführt, um den laufenden Betrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. „Ich möchte mich beim Kindergartenteam bedanken, das die eine oder andere Einschränkung hinnehmen musste“, sagte Müller und schloss auch die Anlieger mit ein.

Im Juni wurde schließlich die Außenanlage, im Juli der Innenbereich gestaltet. „Nun freut Ihr euch genauso wie wir, dass wir euren Kindergarten einweihen dürfen“, erklärte Müller den Kindern, die auf dem Boden sitzend gespannt darauf warteten, ihr neues Reich erobern zu können.

Gemeinsame Segnung

Pfarrer Gerhard Spöckl segnete mit Diakon Holger Dubowy-Schleyer das neue Gebäude. Obwohl die katholische Kirche den Kindergarten trage, sei es für ihn „ein Zeichen der Ökumene“, zusammen mit seinem evangelischen Kollegen um Gottes Segen zu bitten. „Hier ist etwas Wunderschönes entstanden“, sagte er. „Kinder dürfen kommen und Kinder sein“, sprach Dubowy-Schleyer, zugleich im Elternbeirat des Kindergartens, dem Team seinen Dank aus: „Ihr macht das sehr, sehr gut, so dass unsere Kinder bei euch eine Heimat finden.“ Deren Augen begannen zu leuchten, als Geiger einen aus Kuchen geformten Schüssel an Müller übergab, der die symbolische Leckerei weiter an Furkel reichte.



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