Kitzingen

Kiliansbäck übernimmt die Bäckerei Will

Für die insolvente Kitzinger Bäckerei Will gibt es einen Nachfolger. Die Götz Brot KG kauft das Familienunternehmen. Was das für Mitarbeiter, Kunden, Gläubiger bedeutet.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Götz Brot KG, bekannt unter dem Namen Kiliansbäck, übernimmt zum August alle Filialen der insolventen Kitzinger Bäckerei Will. Foto: Andreas Brachs
+1 Bild

So traurig die Insolvenz der Kitzinger Bäckerei  Will ist: Es gibt einen Nachfolger. Die Götz Brot KG, Waldbüttelbrunn, übernimmt das Unternehmen im Rahmen eines Betriebsübergangs zum 1. August, so dass die Firma ohne Unterbrechung weitergeführt wird. Nach Worten des Insolvenzverwalters Stefan Herrmann wird Götz Brot, dessen Läden unter Kiliansbäck firmieren, künftig alle Filialen von Will betreiben. Welchen Namen sie dann tragen, sei aber noch nicht sicher.

Die Bäckerei Will hat bislang sechs Verkaufsstellen. Neben dem Stammsitz in der Kitzinger Rosenstraße sind das Filialen in der Kitzinger Siedlung und im Rewe-Markt Kitzingen sowie in Sommerhausen, Hüttenheim und im Rewe-Markt Wiesentheid.

Betriebsübergang führt Mitarbeiter zu gleichen Konditionen

Damit, so sagt es der Insolvenzverwalter, könnten alle 32 Mitarbeiter im Verkauf ihre Stellen behalten. Da es sich um einem Betriebsübergang handelt, werden sie zu den gleichen Konditionen weiterbeschäftigt wie bisher. Niemand werde sich verschlechtern, erklärt Herrmann. Das war auch dem Geschäftsführer Marcus Will wichtig: "Für die Mitarbeiter sollte es weitergehen, deshalb kam auch der Verkauf an Kiliansbäck zustande, der als einziger bereit war, alle Filialen weiterzuführen", sagt Will.

Der Chef selbst hat noch keine gesicherte Zukunft und ist noch auf der Suche. Nach fast 170 Jahren Familientradition "zerreißt es mir das Herz", sagt Will. Er habe alles versucht, den Betrieb wenigstens in Teilen zu retten, was aber nicht gelungen sei.

Keine Zukunft beim neuen Arbeitgeber haben 14 Mitarbeiter in der Produktion. Ihnen hat der Insolvenzverwalter gekündigt und darüber in einer Mitarbeiterversammlung am Montag informiert. Herrmann sieht für die Betroffenen aber gute Beschäftigungschancen auf dem Arbeitsmarkt.

Aus dem Verkauf der Bäckerei sollen nun die Gläubiger bedient werden. Wie hoch die Auszahlungsquote sein werde, konnte Herrmann allerdings noch nicht sagen. Ansonsten sei Götz Brot dabei, in die bestehenden Mietverträge für die Will-Filialen einzusteigen. Im Idealfall gelinge ein "nahtloser Übergang", erläutert Herrmann. 

Zwei Ursachen führten maßgeblich zur Insolvenz

Zwei wesentliche Ursachen waren für die Will-Insolvenz verantwortlich: Zum einen musste der aktuelle Besitzer, Marcus Will, als er im Jahr 2007 den Betrieb übernahm, die Vorgängergeneration finanziell auslösen. Zum anderen hatte er 2017 im Innopark für viel Geld eine komplett neue Produktionsstätte errichtet. Diese habe Will über Kredite finanziert, doch die Anlage habe sich nicht im erwarteten Maß amortisiert, sagte Herrmann im Frühjahr.

So summierten sich schließlich die Außenstände so weit, dass Will Ende April die Löhne seiner Mitarbeiter wohl nicht mehr hätte bezahlen können und Insolvenz anmeldete. Von der Pleite waren zu diesem Zeitpunkt 57 Mitarbeiter betroffen. Die Bäckerei Will, die Ende des Monats Juli ihren Betrieb einstellt, existierte seit 1851 ausschließlich in Familienhand und hatte zeitweilig 70 Beschäftigte. Marcus Will war Besitzer in 6. Generation.

Die Götz Brot KG mit Sitz in Waldbüttelbrunn hat nach eigenen Angaben Filialen in 18 Städten zwischen Aschaffenburg und Ochsenfurt, Walldürn und Bad Kissingen. Das Unternehmen ist seit fünf Generationen in Familienhand. In Kitzingen hat es ebenfalls bereits mehrere Verkaufsstellen.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.