„ In den kommenden fünf bis sechs Jahren steht im Landkreis Kitzingen keine Schule vor der Schließung, dies gilt insbesondere auch für Dettelbach und Marktbreit.“ Dies sagte der Leiter des staatlichen Schulamtes Kitzingen, Norbert Zwicker, vor der Kreisversammlung des bayerischen Gemeindetages im Pfarrheim in Mainbernheim. Er wolle damit Gerüchten über Schulschließungen entgegentreten, so Zwicker.

Der Rückgang der Schülerzahlen in den vergangenen Jahren habe sich verlangsamt. Nach den Prognosen liege der bei minus 15 Schülern in den Grundschulen und bei minus 21 in den Mittelschulen. In Kitzingen gehe man sogar von einer leicht steigenden Schülerzahl aus, berichtete der Schulamtsleiter. Hier sorgten Migranten für den Zuwachs.

Trotz des leichten Rückgangs werde es voraussichtlich im kommenden Schuljahr im Landkreis sechs Grundschulklassen mehr geben, da die in einigen Jahrgangsstufen Höchstgrenzen der Klassenstärke überschritten werde und Klassen geteilt werden müssten.

Gebannt sei die Gefahr, dass eine Schule geschlossen werden müsse, weil eine Jahrgangsstufe nicht mehr gebildet werden kann. Ebenfalls zur Stabilisierung beitragen würden jahrgangsübergreifende (Jami) Klassen in denen Erst- und Zweitklässler gemeinsam unterrichtet werden oder die neu eingeführten Flexi-Klassen, in denen Schüler der Eingangsklassen je nach Begabung für die ersten beiden Schuljahre drei Jahre Zeit haben oder diese in einem Jahr hinter sich bringen können. Von diesen Klassen sollen im kommenden Jahr drei weitere eingeführt werden.

Ein Mittel zum Erhalt der Schulen seien die fünf Schulverbünde. Sollte hier die Zahl der Schüler nicht ausreichen, eine Fachgruppe zu bilden, werden man die Schüler an einen anderen Schulstandort fahren.

Zur Ganztagesbetreuung sagte Zwicker, dass in Dettelbach und Kitzingen in der Siedlung eine Betreuung von der 1. bis zur 9. Klasse geplant sei. Probleme gebe es in Kitzingen. Entgegen der Aussage des Kultusministeriums, wonach dort, wo Eltern dies wollen, eine Ganztagesbetreuung eingeführt werde, sei bisher für eine weitere Klasse keine Genehmigung erteilt worden.

Probleme sieht Zwicker bei der Inklusion. Für Kinder mit schweren Behinderungen, die eine Regelschule besuchen wollen, seien qualifizierte Schulbegleiter Voraussetzung. Zwar sei der Landkreis mit Förderschulen und entsprechenden Personal ausgestattet, doch wenn Eltern wollen, dass ihr behindertes Kind eine Regelschule besucht, haben sie einen Rechtsanspruch darauf. Das könne man personell nicht leisten.