SICKERSHAUSEN

Keine teure Security beim Weinfest

Nur rund 30 Besucher haben die Bürgerversammlung in Sickershausen verfolgt. Einziger Aufreger waren die Auflagen der Stadt für das Straßenweinfest.
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Ein Weinfest ist volljährig geworden: familiär feiern in Sickershausen
(rw) „Unser Weinfest ist volljährig geworden“ freute sich am Freitagabend beim Weinfestempfang im Weinhöfle die Sickershäuser Weinprinzessin Isabell Witt. Das Fest findet heuer zum 18. Mal statt. Kapp 50 Ehrengäste, darunter Landrätin Tamara Bischof und Oberbürgermeister Siegfried Müller waren der Einladung gefolgt. Bunte Farbtupfer setzten rund ein Dutzend Weinhoheiten. Zur Tradition gehört, dass Heinz Stich Geschichten und Geschichtliches berichtet. OB Müller lobte das Engagement des Weinbauvereins, der Jugendvereinigung und der Familie Güntner. Das Sickershäuser Weinfest sei ein gemütliches und familiäres Weinfest, sagte Müller. Endspurt ist an diesem Montag, wenn die Großlangheimer Musikanten aufspielen. Foto: Foto: Ralf Weiskopf

Entweder war's die brütende Hitze oder die vermutlich zutreffende Tatsache, dass in Sickershausen die Welt weitgehend in Ordnung ist: Nur rund 30 Besucher – darunter eine Handvoll Stadträte – verfolgten am Montagabend eine Bürgerversammlung, die nach rund 45 Minuten beendet war. Einziger Aufreger waren die Auflagen der Stadt für das Straßenweinfest am Wochenende.

Vom möglichen „Todesstoß“ für das Weinfest sprach Udo Marstaller mit Blick auf den Bescheid, den er als Mitglied der Interessengemeinschaft Straßenweinfest (11. bis 13. Juli) von der Stadt bekommen habe. Die zuständigen Mitarbeiter im Rathaus seien wohl von einer deutlich größeren Veranstaltung ausgegangen und wollten den Organisatoren einen professionellen Sicherheitsdienst „aufdrücken“. Dies sei bei einem ehrenamtlich geführten Weinfest mit „maximal 600 Leuten“ nicht zu stemmen.

Sicherheit wird garantiert

Besänftigung von OB Siegfried Müller: „Das Weinfest kann schon stattfinden.“ Das Stadtoberhaupt versprach, sich um den Bescheid zu kümmern und eine schnelle Lösung zu finden. Die gab's am nächsten Morgen. Er habe mit Marstaller vereinbart, dass die Weinfest-Organisatoren die Sicherheit mit Ehrenamtlichen garantieren dürften, so Müller. Es müssten aber „genügend Ordner“ dafür bereitstehen. Eines machte Müller deutlich: Die Auflagen im Bescheid seien nicht überzogen gewesen. „Das steht bei allen drin“, erklärte er.

Auf Interesse in der Versammlung stieß eine kurze Info zur Kindertageseinrichtung in Sickershausen, die in die Endphase geht. Nachdem das Haus für rund 250 000 Euro umgebaut und eine Kinderkrippe integriert wurde, werden jetzt noch Teile der Außenanlagen in Angriff genommen, wie Bauamtschef Oliver Graumann informierte. Die Spielflächen sollen im Sommer gebaut werden. Kostenpunkt: rund 27 000 Euro.

Der Rest ist schnell erzählt. Ärger mit Hundehaufen, Unkraut am Straßenrand, Hecken, die eigentlich zurückgeschnitten werden müssten, parkende Autos in der Kurve – OB Müller bekam hier einiges an Klagen zu hören, machte aber deutlich: „Wir können nicht überall den Sheriff machen.“ Viele Probleme ließen sich lösen, wenn die Bürger den Mut fänden, andere auf Verstöße hinzuweisen.

Einen Vorstoß zu den umstrittenen Straßenausbaubeiträgen unternahm der zweite Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Sickershausen, Robert Heinkel. Er bat OB Müller darum, sich für eine Abschaffung der Satzung einzusetzen, die Hauseigentümer zur Mitfinanzierung von Straßenausbauten verpflichtet. Müller zeigte durchaus Verständnis, verwies aber auf die derzeit geltende Rechtslage, die noch von den großen Gemeindeverbänden diskutiert werde: „Wir werden auf jeden Fall nicht den Vorreiter machen.“

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