Prichsenstadt

Keine Vergrößerung der Freischankfläche

Malerischer könnte die beantrage Fläche für Gastronomie im Freien kaum sein: am Karlsplatz mitten im historischen Stadtkern von Prichsenstadt, und zwar direkt vor dem Brunnen an der Schulinstraße. Diese Erweiterung einer schon vorhandene Freifläche vor der Gaststätte Alte Schmiede hatte der Pächter und Betreiber beantragt. In seiner Sitzung lehnte der Stadtrat Prichsenstadt den Antrag mehrheitlich (8:4) ab. Der Grund: Für diese zusätzliche Bestuhlung hätte einer der beiden Behindertenparkplätze an dieser Stelle wegfallen müssen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Vor dem Karlsbrunnen in Prichsenstadt wird es keine Erweiterung der Freischankfläche geben. Foto: Guido Chuleck

Malerischer könnte die beantrage Fläche für Gastronomie im Freien kaum sein: am Karlsplatz mitten im historischen Stadtkern von Prichsenstadt, und zwar direkt vor dem Brunnen an der Schulinstraße. Diese Erweiterung einer schon vorhandene Freifläche vor der Gaststätte Alte Schmiede hatte der Pächter und Betreiber beantragt. In seiner Sitzung lehnte der Stadtrat Prichsenstadt den Antrag mehrheitlich (8:4) ab. Der Grund: Für diese zusätzliche Bestuhlung hätte einer der beiden Behindertenparkplätze an dieser Stelle wegfallen müssen.

Aktuell dürfen vor der Alten Schmiede 38 Quadratmeter für Tische und Stühle genutzt werden: 26 Quadratmeter direkt zwischen Brunnen und Eingangsbereich und weitere zwölf zwischen der Gaststätte und der Schulinstraße neben dem Brunnen. Die Erweiterung auf die Fläche des einen Behindertenparkplatzes begründete der Pächter damit, "dass er der Auffassung ist, dass ein solcher Parkplatz genüge", zitierte Bürgermeister René Schlehr aus dem Antrag. Damit stieß der Antragsteller aber auf den Widerstand der Verwaltung. Denn in unmittelbarer Nähe dieses Behindertenparkplatzes befindet sich ein zweiter gegenüber der Raiffeisenbank. "Diese zwei Sonderparkplätze an genau dieser Stelle sollten wir erhalten, von dort aus sind so gut wie alle Geschäfte und Gastronomiebetriebe als auch das Rathaus sehr gut erreichbar", sagte Schlehr. Ein Einstellung, die beim Behindertenbeauftragten des Landkreises, Herbert Köhl, Beifall fand. Der hatte, zitierte der Bürgermeister, die "Anzahl dieser Parkplätze im Altstadtbereich eher als unterstes Minimum" eingestuft.

Und: der Parkplatz direkt an der Fahrbahn ist nach Ansicht Schlehrs nicht als Freifläche geeignet, weil er zu weit in die Fahrbahn hineinrage und auf Kosten des Gehweges vor dem Brunnen hätte eingerichtet werden müssen. "Die Fahrbahn ist an dieser Stelle schon eingeengt, dort müssen Lieferfahrzeuge wenden können, und durch die Bestuhlung in Verbindung mit Sicherungsmittel wie einen Zaun oder Blumenkästen wird die Fahrbahn noch mehr eingeengt", erklärte der Bürgermeister. Weiterhin müsse dieser Platz für Festlichkeiten wie etwa dem Weinfest oder Empfängen vor dem Rathaus zur Verfügung stehen. Diesen Argumenten schloss sich die Mehrheit der Räte an.

Knapper, nämlich mit 7:5, fiel die Abstimmung über  das Verbot von "dauerhaften Freisitzflächen für Gastronomiebetriebe im Bereich von Fahrbahnen in der Altstadt" aus. Diesen Antrag hatte Schlehr zusätzlich mit in die Beschlussvorlage genommen, um für eventuell später eintreffende Anfragen der Gastronomie eine verbindliche Zu- oder Absage parat zu haben.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.