Gräfenneuses

Keine Ruhe beim Thema Wasserversorgung

Bei den Bürgerversammlungen in den Ortsteilen von Geiselwind stellt Bürgermeister Ernst Nickel als eines der Themen eine Petition zur Wasserversorgung vor.
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Was kommt genau in Maroldsweisach aus dem Wasserhahn. Hat man nach dem Uranproblem nun auch zu hohe Radiumwerte? Die Marktgemeinde geht der Frage nach. Bürgermeister Wilhelm Schneider hat diesbezüglich eine Untersuchung in Auftrag gegeben.

Bei den Bürgerversammlungen in den Ortsteilen von Geiselwind stellt Bürgermeister Ernst Nickel als eines der Themen eine Petition zur Wasserversorgung vor. Das tat er auch bei der Versammlung im 154 Einwohner zählenden Gemeindeteil Gräfenneuses, wo die zwölf Bürger zu dem Thema diskutierten. Auf Unterschriftenlisten tragen sich die Bürger derzeit ein, um ihre Unzufriedenheit mit dem Fördersatz zu zeigen und eine Nachbesserung zu fordern.

Über 8 Millionen Euro Kosten

Die Geiselwinder Petition ist ein erneuter Versuch, eine Erhöhung der Förderung zum Ausbau der Wasserversorgung in der Gemeinde zu erreichen. Bürgermeister Nickel will die Unterschriften noch im Sommer, rechtzeitig vor den Neuwahlen beim Bayerischen Landtag, einreichen. Darin fordere man „eine wesentlich höhere Finanzbeteiligung“ als die bislang zugesagten 16 Prozent, die aktuell je laufendem Meter Leitung gewährt werden.

Insgesamt muss die Gemeinde Geiselwind über acht Millionen Euro zur Erneuerung der Wasserversorgung ausgeben. Etwa 1,8 Millionen Euro davon übernimmt der Freistaat, nach Ansicht Nickels zu wenig, denn den Grundbesitzern und der Gemeinde bleibt noch ein erheblicher Teil der Kosten.

Schwer zu finanzieren

Dass es für die Bürger nicht so einfach sei, das Geld für die Beiträge aufzubringen, stellte in der Versammlung Jürgen Rehberger dar. Er habe einen Wasserverbrauch von vielleicht 140 Kubikmetern im Jahr, müsse aber etwa 15 000 Euro an Ergänzungsbeiträgen zahlen. Für ihn als kleinerer Unternehmer seien damit „zwei Jahre gelaufen.“ Er müsse den Gewinn aus der Zeit als Anteil für die Wasserversorgung abtreten. So gehe es derzeit vielen Geiselwindern, so Rehberger.

Ins gleiche Horn stieß Peter Hemberger. In der Politik werde die Förderung des Ländlichen Raumes oft propagiert, gemacht werde jedoch kaum etwas. Die wenigen Leute auf dem Land müssten die hohen Unkosten zahlen, monierte er. Bürgermeister Nickel kennt diese Sorgen, man solle sie bei Wahlveranstaltungen vor Ort den Landespolitikern einmal näher bringen, gab er den Bürgern mit.

Ausbau der Autobahn

Der Bürgermeister streifte in der Versammlung weitere Themen aus der aktuellen Gemeindepolitik. Ein weiterer Reizpunkt ist der Ausbau der Autobahn. Auch in Gräfenneuses habe es in dem Zug Probleme mit Schäden auf angrenzenden Grundstücken von Landwirten gegeben. Die Besitzer sollen darauf bestehen, dass die Flächen wieder so hergestellt würden, wie sie vorher waren, so Nickel. Wenn nötig, auch mit rechtlichen Schritten, hieß es.

Gut laufe es derzeit in Geiselwind, was die Nachfrage nach Bauland und Gewerbeflächen betreffe, sagte der Bürgermeister. Im Inno-Park sei ein Großteil der Grundstücke verkauft, der Bau der Hallen des ersten größeren Unternehmens, der New Wave-Gruppe, schreite zügig voran. Noch in diesem Jahr wolle die Firma dort ihr Logistik-Zentrum mit Outlet-Verkauf eröffnen. Verhandlungen zur Ansiedelung weiterer größerer Firmen ständen laut Nickel kurz vor dem Abschluss.

Bei den Bürgerfragen sprach später Manfred Meyer an, dass die Folgen eines Unfalls auf der Autobahn noch nicht beseitigt seien. So laufe immer noch der dort ausgetretene Diesel von einem Grundstück in einen Weiher. Das werde er sich ansehen, gebot Nickel.

Weitere Geh- und Radwege

Michael Rehberger regte an, eine Art Gehweg vom Feuerwehrhaus in Richtung Trimm-Dich-Pfad zu schaffen. Dort seien immer wieder Fußgänger unterwegs, die auf er Straße laufen müssten, was gefährlich sei. Zudem regte er an, an der Verlängerung eines Weges von Röhrensee her ebenso einen Gehweg einzurichten.

Außerdem fragte Peter Hemberger, ob eine Radweg-Anbindung nach Geesdorf, etwa entlang der Straße, möglich sei. Überall im werde das Radwegenetz propagiert, nur nach Geiselwind komme man nicht so leicht mit dem Rad. Dazu antwortete Bürgermeister Nickel, dass ein Radweg entlang der Staatsstraße wohl schwierig zu realisieren sei, weil die Trasse als Umleitung der Autobahn gelte.

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