Die Volkacher Lebensart am vergangenen Wochenende ist nicht bei jedem Bürger gut angekommen. In der Stadtratssitzung am Montag beklagte sich Altstadt-Anwohner Rainer Binzenhöfer über den Lärm.
Man habe ihm im Vorfeld zugesichert, dass die Live-Bands im Umfeld der Weinstraße mit dem Museum Barockscheune und der Kreuzgasse ausschließlich "unplugged", sprich ohne Verstärker, spielen. Zusammen mit seiner Mutter sei er von zwei Seiten derart mit Verstärker-Lärm beschallt worden, dass er künftig dem zweitägigen Event in der Volkacher Altstadt nicht mehr zustimmen könne.
"Unplugged heißt ohne Verstärker", schimpfte Binzenhöfer. Die gemessenen Lärmwerte hätten deutlich im gesundheitsgefährdenden Bereich gelegen. "Mir geht es nicht darum, das Fest zu verhindern, sondern es muss eine vernünftige Lautstärke herrschen", sprach er auch im Namen seiner Mutter, die ihre Wohnung neben der Barockscheune in der Kreuzgasse hat. Binzenhöfer warf Bürgermeister Peter Kornell und der Verwaltung Wortbruch vor. Das Verhalten seitens des Veranstalters sei rücksichts- und respektlos gewesen, so Binzenhöfer.
"Die Stadt fordert von den Bürgern, dass sie Recht und Gesetz befolgen. Das fordere ich auch von der Stadt Volkach." Eine ihm zugesagte "Lärm-Hotline" sei nur ein Anrufbeantworter gewesen, den niemand abgehört hätte.
Auf seine Emails habe kein Mitarbeiter im Rathaus reagiert. Für Binzenhöfer sei das nicht akzeptabel.
Schon früher habe es beim Bau der Barockscheune erhebliche nachbarschaftliche Probleme mit der Stadt gegeben, die bis heute nicht geklärt seien. Diese Unstimmigkeiten habe er bislang geduldet. "Damit ist jetzt Schluss", sagte der Beschwerdeführer gegenüber der Ratsrunde, der es scheinbar die Sprache verschlagen hatte.
Bürgermeister Peter Kornell (FWG) konnte sich an diesem Abend nicht wehren, weil er nicht anwesend war und die Sitzungsleitung 2. Bürgermeister Reinhold Reichl inne hatte. Dieser nahm Binzenhöfers Beschwerde zur Kenntnis mit dem Hinweis, sie an das Stadtoberhaupt weiterzuleiten. fp