In der Jahrgangsstufe 4 erhalten die Schüler bereits am letzten Unterrichtstag der zweiten vollen Unterrichtswoche des Monats Januar statt eines Zwischenzeugnisses einen Zwischenbericht über die Leistungen in allen Fächern. Anfang Mai bekommen die Kinder dieser Jahrgangsstufe ein Übertrittszeugnis.

"Dass die Vergabe der Zwischenzeugnisse Angst auslöst, muss nicht sein. Sie sind ein Bericht zum aktuellen Lern- und Leistungsstand der Schüler", sagen zwei Fachfrauen, die es wissen müssen. Irma Amrehn, Fachliche Leiterin des Staatlichen Schulamts im Landkreis Kitzingen, und Monika Hartig-Klein, Schulpsychologin und Beratungsrektorin für alle Grund und Mittelschulen in diesem Bereich, sind der Meinung, Eltern dürften von den Bemerkungen und den Noten eigentlich gar nicht überrascht sein. Interessierte Eltern wüssten, in welchen Fächern ihre Kinder erfolgreich arbeiten oder wo sie Schwierigkeiten haben. Sie könnten sich auf vielfältige Weise über ihr Kind bei den Lehrkräften informieren, sei es bei den zweimal jährlich angebotenen Elternsprechtagen, in der wöchentlichen Sprechstunde oder bei zusätzlichen Lernentwicklungsgesprächen.

Schriftliche Probearbeiten werden mit nach Hause gegeben, Eltern bestätigen mit ihrer Unterschrift die Kenntnisnahme. Mündliche Leistungen erfahren sie im direkten Gespräch mit der jeweiligen Lehrkraft. Ein weiteres Kommunikationsmittel ist das Hausaufgabenheft, in das Vermerke und Hinweise für die Eltern geschrieben werden.

Neben dem regelmäßigen Kontakt zum Klassenlehrer und zu den Fachlehrkräften bieten auch Beratungslehrer und die Schulpsychologin zusätzliche Unterstützung an. Hartig-Klein ist als Schulpsychologin für alle Grund- und Mittelschulen im Landkreis Kitzingen zuständig. Sie arbeitet mit insgesamt sechs Beratungslehrern zusammen, von denen jeder für bestimmte Schulen zuständig ist. Als Diplom-Psychologin steht Hartig-Klein bei Lern- und Leistungsproblemen zur Beratung zur Verfügung. Ihre Zusatzqualifikation ist die Basis für einen weiteren Beratungsbereich, nämlich den der Mobbing-Prävention. Sie arbeitet als Koordinatorin im Landesprojekt "Lebensraum Schule ohne Mobbing" und unterstützt die Schulen beim Lösen von sozialen Konflikten in den einzelnen Klassen.

Bei Fragen und Sorgen sollten die Eltern direkt den Kontakt zur Lehrkraft suchen, rät Irma Amrehn. "Probleme sollten sofort angegangen und nicht erst rückwirkend betrachtet werden", sagt sie. Die Schulamtsdirektorin appelliert an die Eltern, sich die Kopfzeile beziehungsweise die Bemerkungen des Zeugnisses gut anzuschauen Dort fänden sich ausführliche Beschreibungen des Lern-, Arbeits- und Sozialverhaltens.

Am Textende der Grundschulzeugnisse gibt es - falls notwendig - eine Förderempfehlung. "Ich finde es wichtig, alle Ausführungen, auch die zu den einzelnen Fächern, gemeinsam mit dem Kind durchzulesen und darüber zu sprechen", sagt die Schulamtsdirektorin.

Die Zusammenstellung der Zwischenzeugnisse obliegt den jeweiligen Klassenlehrkräften. Notenkonferenzen gibt es nur an Realschulen und Gymnasien. Bei den Grund- und Mittelschulen tauschen sich die Klassenlehrer mit den zuständigen Fachlehrern aus, wenn sie das Zeugnis erstellen.

Wegen des Zeugnisses zu schimpfen, bringe nicht weiter, sind sich Amrehn und Hartig-Klein einig. "Das Kind wäre damit doppelt gestraft", sagt Amrehn. "Die wichtigste Aufgabe für Eltern ist doch, das eigene Kind so anzunehmen, wie es ist, es diese Liebe spüren zu lassen - völlig unabhängig von den schulischen Leistungen."
Allen ist jedoch bewusst: Nichts beunruhigt Eltern von Schulkindern so sehr wie schlechte Noten und umgekehrt. "Deshalb sollten Eltern das Zwischenzeugnis in der nächsten Elternsprechstunde für einen gelingenden Start in die zweite Halbzeit nutzen und nach vorne schauen", sagt Monika Hartig-Klein.

Zur Ausgabe der Zwischenzeugnisse bietet die Staatliche Schulberatungsstelle für Unterfranken heute von 8 bis 16 Uhr zusätzlich zu den bekannten Sprechzeiten einen telefonischen Beratungsdienst an. Schüler und Eltern erreichen die zentralen Schulpsychologen und Beratungslehrkräfte unter 0931/7945-410 oder über E-Mail: mail@schulberatung-unterfranken.de.