KLEINLANGHEIM

Kein durchgehender Lärmschutz an A 3

Der Markt Kleinlangheim will nach wie vor das Konzept zum Ausbau der Autobahn A 3 nicht hinnehmen. In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend wurde einstimmig beschlossen, einen Gutachter und eventuell einen Fachanwalt hinzuzuziehen.
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Gewöhnungsbedürftig: So könnte die Lärmschutzwand aussehen. Allerdings ist über die Farbe noch nicht entschieden. DB PROJEKTBAU Foto: COMPUTERSIMULATION:

Der Markt Kleinlangheim will nach wie vor das Konzept zum Ausbau der Autobahn A 3 nicht hinnehmen. In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend wurde einstimmig beschlossen, einen Gutachter und eventuell einen Fachanwalt hinzuzuziehen. Es sollen Nachteile für Kleinlangheim, Haidt und Atzhausen vor allem in den Bereichen Verkehrsführung, bei den Belastungen durch die Umleitungen des Verkehrs beim Bau von Brücken und durch den Flächenverbrauch vermieden werden. „Es soll nicht heißen, dass wir nicht alles versucht haben, um Einfluss zu nehmen“, fasste Bürgermeisterin Gerlinde Stier zusammen.

Kein durchgehender Lärmschutz

Zum Planfeststellungsverfahren teilte Bürgermeisterin Stier mit, dass das erste Verfahren zur Anhörung der Träger öffentlicher Belange gelaufen sei und Kleinlangheim schon 2011 seine Stellungnahme und Einsprüche abgegeben habe. „Aber leider haben wir keinen Punkt durchgebracht, es sieht nicht gut aus.“ So zum Beispiel nicht den Punkt „durchgehender Lärmschutz für die drei Ortschaften“.

Dazu habe die Autobahndirektion mitgeteilt, dass ein lärmmindernder Fahrbahnbelag (auch Flüsterasphalt genannt) den Lärmpegel senken und das Schallschutzkonzept beibehalten werde. „Es wird verschiedene Lärmschutzmaßnahmen geben, aber nicht auf der ganzen Länge“, informierte die Bürgermeisterin. Eine Änderung der Straßenführung der Kreisstraße KT 11 halte die Direktion für zu aufwendig; „sie wird bei Haidt beibehalten“. Gegen die Aussagen der Direktion sei aber Widerspruch bis zum 28. April möglich, habe VG-Geschäftsstellenleiter Bernhard Hornig mitgeteilt.

„Dabei wäre ein Gutachten besser, das hat Gewicht und andere Ortschaften konnten damit etwas bewegen“, meinte Thomas Schellhorn. So müsse man sich dafür einsetzen, dass nicht alle Brücken auf einmal gebaut werden, damit der Verkehr nicht über die KT 11 laufe. Ein starker Umleitverkehr bringe auch Nachteile für die Kleinlangheimer Bahnhofstraße, die neu gebaut werden soll, so die weitere Aussage aus der Ratsrunde.

Keine aktuellen Pläne

Harald Schellhorn, der als Zuhörer und als Sprecher des Schäfereiverbands Stellung bezog, berichtete von einem Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Otto Hünnerkopf, auf dessen Stellungnahme noch gewartet werden sollte. Der habe signalisiert, dass jede Möglichkeit genutzt werden sollte, wozu auch die geplante Anhörung gehöre. Aus dem Rat kam auch noch der Vorschlag, sich an den Gemeindetag wegen Unterstützung zu wenden.

Einige Male moniert wurde bei der Debatte, dass die Ausbaupläne, die im Rathaussaal an der Wand hingen, nicht aktuell seien. So sei zum Beispiel noch das Vogelschutzgebiet nördlich der Autobahn enthalten, das weggefallen sei.

Mehrere Male kam auch die Problematik der Wassermenge und deren Ableitung aufgrund der größeren versiegelten Fläche zur Sprache. Auch dieser Punkt soll in dem Gutachten behandelt werden, so der Wille des Gemeinderats.

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