NEUSES AM SAND

Kein Zickzack mehr beim Kanal

Wie in der Bürgerversammlung in Neudorf, so stand auch bei der zweiten Bürgerversammlung der Großgemeinde Prichsenstadt im Gemeinschaftshaus Neuses am Sand die Kläranlage Neudorf im Mittelpunkt. Neuses ist davon betroffen, weil die Teichkläranlage vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) über 2017 hinaus wohl endgültig keine Betriebserlaubnis mehr bekommt und das Abwasser über eine noch zu legende Leitung in den Kanal in Neuses geleitet wird.
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Baustelle Theodor-Heuss-Damm: Das gebrochene Wasserrohr ist repariert, die kaputte Straße noch nicht. Foto: FOTO Therese Ruppert

Wie in der Bürgerversammlung in Neudorf, so stand auch bei der zweiten Bürgerversammlung der Großgemeinde Prichsenstadt im Gemeinschaftshaus Neuses am Sand die Kläranlage Neudorf im Mittelpunkt. Neuses ist davon betroffen, weil die Teichkläranlage vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) über 2017 hinaus wohl endgültig keine Betriebserlaubnis mehr bekommt und das Abwasser über eine noch zu legende Leitung in den Kanal in Neuses geleitet wird.

Diskussionsbedarf sahen die Bürger beim Verlauf der Trasse. Durch das natürliche Gefälle zwischen den Orten werden zwar keine Pumpen benötigt. Doch durch einen leichten Zickzack-Kurs muss für den Anschluss des Kanals die Bundesstraße 22 aufgerissen werden. „Das liegt an den Grundstücksverhältnissen, weil keiner an die Stadt verkaufen wollte“, erklärte Bürgermeister René Schlehr, was bei den Bürgern auf Widerspruch stieß.

Durch die Bank erklärten mehrere, nicht gefragt worden zu sein, und sie zeigten sich zur Überraschung Schlehrs gesprächsbereit, was eine Trassenänderung angeht. „Das würde uns einiges an Geld sparen“, überlegte Schlehr laut und stieß damit bei den Bürgern offene Türen ein. Zwar würden sie durch den Neubau der Trasse nicht zur Kasse gebeten, wie der Bürgermeister erläuterte, „die Kosten sind für die nächsten vier Jahre bereits in der Gebührenkalkulation enthalten“. Doch dass es Vorschläge seitens der Bürger gab, wie die finanziell arg gebeutelte Stadt Geld sparen könne, „halte ich für sehr lobenswert“. In Kürze will Schlehr mit den Anliegern sprechen, um Details zu klären.

Der Bürgermeister hatte auch wegen einer möglichen Ertüchtigung der Kläranlage in Neudorf, die in der Bürgerversammlung von Ratsmitglied Wolfgang Brosche angesprochen worden war, Erkundigungen eingeholt. Valentin Maier vom gleichnamigen Ingenieurbüro (zuständig für den Kanalneubau in der Altstadt) riet „für Neudorf, die Finger davon zu lassen“, zitierte Schlehr den Architekten. „Das allein reicht mir nicht, ich brauche verlässliche Zahlen und Fakten, und um die kümmert sich Maier jetzt.

“ Und die Informationen rund um die Kläranlage, die der Bürgermeister nicht hatte, lieferten einige der anwesenden Stadträte.

Die neue Schule mit den Akustikproblemen, die sanierte Turnhalle in Prichsenstadt, die Kanalsanierung in der Altstadt von Prichsenstadt und die Breitbandversorgung für schnelles Internet sorgten in Neuses für wenig Diskussionsstoff. Neben der Kanaltrasse stand eher die seit Jahren angedachte Dorferneuerung auf der Tagesordnung. Für die hatte der Rat mehrere Jahre auch Geld im Haushalt stehen, allein es ging nicht richtig vorwärts. Und auch in der Versammlung entstand nicht der Eindruck, als wenn die Bürger großes Interesse daran haben würden. „Machen Sie Vorschläge, was gemacht werden soll, dann reden wir darüber und treffen uns auch vor Ort“, ermunterte Schlehr die Bürger.

Ein Bürger beklagte sich über die neu gepflanzten Bäume auf dem Friedhof in Neuses. Deren Vorgänger habe der Bürgermeister entfernen lassen, ohne dass die Bürger darüber informiert gewesen waren und sie auch schon in einer Stadtratsitzung darüber ihren Unmut geäußert hatten. Die neuen Bäume verglich der Bürger mit „Krücken“ und mutmaßte, dass keine Fachleute tätig waren. Von seinen Mitbürgern allerdings kam die Meinung, man möge doch die nächsten fünf Jahre abwarten.

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