Kitzingen

Kein Glyphosat in Bauhof und Gärtnerei

Die Diskussion um das Pflanzenschutzmittel Glyphosat hat den Kitzinger Stadtrat erreicht. Der sagte einmal Ja und einmal Nein zu einem Antrag der Bayernpartei.
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Glyphosat
Die Verpackung eines Unkrautvernichtungsmittel, das den Wirkstoff Glyphosat enthält, ist auf dem Bild zu sehen. Der Kitzinger Stadtrat hat jetzt die Glyphosat-Nutzung für Bauhof und Stadtgärtnerei verboten.

Die Stadtgärtnerei, der Bauhof und die Hausmeister der Stadt setzen seit Jahren kein Glyphosat mehr ein. Jetzt gibt es auch ein offizielles Verbot für den Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels.

Die Mehrheit (19 zu sieben Stimmen) des Kitzinger Stadtrats hat in seiner jüngsten Sitzung einem Antrag der Bayernpartei zugestimmt. Darin wird „den Betrieben der Stadt Kitzingen, Stadtgärtnerei, Bauhof und Hausmeistern untersagt, Produkte mit dem Inhaltsstoff Glyphosat einzusetzen“. Damit haben es die Verantwortlichen der städtischen Einrichtungen schriftlich, dass sie die Hände von dem umstrittenen, weil möglicherweise krebserregenden Unkrautvertilgungsmittel zu lassen haben.

Klare Anweisung

Dass sie das seit Jahren ohnehin machen, spielte für die Mehrheit keine Rolle. Die folgte dem Antragsteller Uwe Hartmann, der den Verantwortlichen auch für die Zukunft eine klare Anweisung an die Hand geben wollte. Die haben sie jetzt in Form eines Stadtratsbeschlusses.

Schaufensterantrag?

Diese Notwendigkeit sahen nicht alle so. Gerade weil der Verzicht auf das Mittel seit Jahren gängige Praxis ist, hielt beispielsweise Stefan Güntner (CSU) den Antrag schlicht für überflüssig und sagte: „Das ist ein Musterbeispiel eines Schaufensterantrags.“ Die Mehrheit sah das im Fall der innerstädtischen Einrichtungen nicht so und stimmte für ein Verbot.

Empfehlung abgelehnt

Für den zweiten Teil seines Antrags gab es für Hartman allerdings keine Mehrheit. Darin sollte den in Kitzingen ansässigen landwirtschaftlichen Betrieben sowie Gärtnereien und anderen Grundstückseigentümern empfohlen werden, auf den Einsatz des Mittels zu verzichten.

Soweit wollte eine knappe Mehrheit mit 14 zu zwölf Stimmen nicht gehen. Vielleicht auch, weil Gertrud Schwab (CSU), als ehemalige Kreisbäuerin eine Expertin auf dem Gebiet, die Sicht der Landwirte zum Thema ausführlich geschildert und um Verständnis für die Arbeit ihres Berufsstandes geworben hatte. Sie war zu dem Ergebnis gekommen: „Wir brauchen das Mittel als Notbremse.“



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