Es war 2004, als die damaligen Eigner der Kitzinger Personenschifffahrt über Nacht die Stadt verließen und ein marodes Schiff am Mainkai zurückließen. Das war das Ende der Schiffsrundfahrten auf dem Main bei Kitzingen. Acht Jahre später könnte die Personenschifffahrt Wiederauferstehung feiern.

Der Finanzausschuss des Kitzinger Stadtrats soll am Donnerstag (öffentlich ab 18 Uhr) über die Errichtung einer Anlegestelle für Personenschiffe entscheiden. 30 000 Euro sollen dafür bereit gestellt werden. Gleichzeitig erhält die Verwaltung den Auftrag, die Anlegestelle technisch umzusetzen und den Betrieb auszuschreiben.

Die Chancen für ein Ja des Ausschusses stehen gut. Das Thema war im November 2011 schon einmal im Stadtrat. Und da gab es mit 26 zu drei Stimmen ein grundsätzliches Ja zu der Ausflugsschifffahrt.

Auslöser für die Wiederbelebung war Ende Oktober 2011 ein Schreiben eines Nürnberger Unternehmens, das ein Ausflugsschiff von Kitzingen aus auf Fahrt schicken wollte. Die schnelle Entscheidung, die der Unternehmer damals noch im November haben wollte, gab's zwar nicht. Fünf Monate später könnte es soweit sein.

Damit das Schiff auf Fahrt gehen kann, muss eine eigene Anlegestelle geschaffen werden. Die liegt nach ersten Plänen in der Nähe des gut ausgelasteten Standorts für die Hotelschiffe unterhalb des Jugendhauses am Mainkai. Dort ist Platz für ein bis zu 40 Meter langes Schiff. Kommt das Ja im Ausschuss, soll die Anlegestelle bis zum Oktober in Betrieb gehen können.

Damit könnte noch mehr Schwung auf den Main in Kitzingen kommen. Die im April 2011 eröffneten Anlegestelle für Hotelschiffe ist jedenfalls ein voller Erfolg. Allein in diesem Jahr haben weit über 110 Hotelschiffe mit Gästen überwiegend aus Übersee ihren Halt in Kitzingen angekündet. Was das bedeutet, zeigt ein Blick auf 2011. Da hat es seit April 240 Stadtführungen für die diversen Schiffstouristen gegeben, 74 Hofratsempfänge und rund 45 geführte Radtouren. Und die Touristen haben auch Geld in Kitzingen gelassen, in Gaststätten, bei Weinproben und Einkäufen in der Innenstadt.