Sickershausen

Katastrophenschutzfahrzeug ist nur bedingt einsatzbereit

Bürokratische Hürden stehen der perfekten Ausstattung im Weg. Sickerhäuser Feuerwehr feiert 140-jähriges Bestehen.
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Das Feuerwehrehrenzeichen in Silber überreichte (von links) Kreisbrandinspektor Dirk Albrecht an Holger Herbolzheimer, Robert Uhl und Jürgen Hümmer; dazu gratulierte Kommandant Philipp Heigl. Foto: Gerhard Bauer

Die Feuerwehr Sickershausen blickte in ihrer Jahresversammlung auf ein wenig spektakuläres Jahr zurück. Neben ihren regelmäßigen Übungen wurden die Floriansjünger zu fünf Brandeinsätzen und vier technischen Hilfeleistungen gerufen.

Kommandant Philipp Heigl erinnerte, dass ein Defekt an der örtlichen Sirene alternative Alarmierungsmöglichkeiten wie per SMS wieder in den Vordergrund rückte. Der Kommandant kann auf derzeit 45 Feuerwehrleute - darunter vier Frauen - zurückgreifen.

Das im Feuerwehrhaus eingestellte Katastrophenschutzfahrzeug des Landkreises ist nur bedingt einsatzfähig. Heigl erklärte, es könne kein Wasser in Trinkwasserqualität geliefert und das Duschzelt nicht verladen werden. Hintergrund sei, dass Rollpaletten beschafft werden müssen, dazu aber bürokratische Hürden zu meistern seien. Er überreichte Stefan Düll, Friedrich Köhler und René Radecke Urkunden, da sie im Vorjahr die meisten Teilnahmen an Veranstaltungen der Feuerwehr zu verbuchen hatten.

Heigl bemängelte, dass eine neue Brandschutzverordnung erlassen wurde. Bei der vorausgegangenen Untersuchung festgestellte Mängel habe die Stadt jedoch bis heute nicht beseitigt. In seinem Grußwort versicherte Oberbürgermeister Siegfried Müller unverzüglich für die Beseitigung der Mängel zu sorgen. Es handelt sich lediglich um fehlende Brandmeldeeinrichtungen, die seitens der Feuerwehr selbst installiert werden können.

Den Bericht des Jugendwartes Kevin Klein verlas Michael Schmidt. Die sieben Jugendlichen - darunter ein Mädchen - nahmen zu viert am 24-Stunden-Schwimmen teil und sicherten sich vier Goldmedaillen; in der Gesamtwertung belegte die Feuerwehrjugend den 27. Platz von 41. Schmidt bedauerte, dass die Zahl der Jugendlichen insgesamt rückläufig sei.

Vorsitzender Mario Köhler berichtete über die Teilnahme an der Fahrzeugweihe in Michelfeld und der 140-Jahrfeier im Stadtteil Hohenfeld. Zum 25-jährigen Bestehen des örtlichen Kindergartens war auch eine Abordnung der Feuerwehr mit einem Präsent zugegen. Köhler bezeichnete die Kindergartenkinder als die Feuerwehrleute der Zukunft. Für den 21. Juli kündigte Köhler ein Feuerwehrfest anlässlich des 140-jährigen Bestehens der Sickershäuser Feuerwehr an.

Müller zeigte sich erfreut, dass die Feuerwehr trotz eines Führungswechsels im vergangenen Jahr ihre Arbeit wie gewohnt fortsetze. Wichtig sei, im Einsatz erfolgreich zu sein um der Bevölkerung in Notlagen helfen zu können. Gleichzeitig beklagte er das geringe Interesse der Jugend an der Feuerwehr.

Kreisbrandinspektor Dirk Albrecht zeichnete namens des Freistaates Holger Herbolzheimer, Jürgen Hümmer und Robert Uhl mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst aus. Mancher Bürger bemerke nicht, was mit dem Feuerwehrdinst so alles verbunden sei, betonte Albrecht und rief dazu auf, die Werbung um den Nachwuchs nicht alleine dem Jugendwart zu überlassen. Hilfe sei auch bei kleinen Einsätzen erforderlich, somit werde die Feuerwehr bestimmt nicht arbeitslos. Bei schwierigen Wetterlagen sei jede Feuerwehr unterwegs. Jeder Sportverein könne seine Tätigkeiten planen, die Feuerwehr nicht.

Stadtbrandinspektor Matthias Gernert lobte die Zusammenarbeit mit den Stadtteilfeuerwehren, Kreisbrandmeister Steffen Gernert stellte sich der Versammlung als zuständig für die Feuerwehren der Stadt und der Verwaltungsgemeinschaft Kitzingen vor.

Zweiter Kommandant Daniel Fassmann würdigte das Zusammenspiel der Feuerwehren. Als die Kitzinger Feuerwehr sich von ihrem ums Leben gekommenen Kommandanten Markus Ungerer verabschiedete, stellten die Kameraden zusammen mit der Iphöfer Feuerwehr die Einsatzbereitschaft für Kitzingen sicher.

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