Wenn Michael Liebenstein seine Freizeit an den Anglerseen in Eichfeld verbringt, dann kümmert er sich um Sauberkeit, Wasserqualität und Fischbesatz. Bei der Sportanglervereinigung Mainschleife ist der Gewässerwart eine feste Größe im ehrenamtlichen Team. Dass er nebenbei auch noch angelt, versteht sich fast von selbst. Am Sonntag landete Liebenstein den größten Coup in seiner Mitgliedszeit bei der Gemeinschaft. Ein über zehn Kilogramm schwerer Karpfen zappelte beim traditionellen Königsangeln an seiner Rute. Der prächtige Fisch machte ihn zum Anglerkönig 2012.
Als Dank für die Königswürde schenkte die neue Majestät dem kapitalen Brocken das Leben und warf ihn zurück in die Teichanlage. "Ein 10 200 Gramm schwerer Karpfen ist schon eine Seltenheit.
Das bricht alle bisherigen Rekorde", freute sich Vorsitzender Norbert Dressler bei der Siegerehrung mit dem neuen Anglerkönig.
Angenehme Temperaturen sorgten für eine großartige Beteiligung beim Königswettbewerb. 35 Petrijünger nahmen am Wettkampf teil. "Diesmal waren sieben Jugendliche mit dabei", schwärmte Norbert Dressler vom Engagement des Nachwuchses.
Die jüngsten Angler der Sportanglervereinigung hatten allerdings nicht so viel Glück wie der neue Anglerkönig Liebenstein. Gerade einmal 200 Gramm brachte die kleine Rotauge auf die Waage, die Johannes Kraus aus dem See fischte. Das Gewicht reichte auf alle Fälle, dass der junge Volkacher zum Jugendanglerkönig gekürt wurde. "Auf unseren Nachwuchs sind wir schon stolz", sagte Vorsitzender Dressler. Man lege im Verein großen Wert auf die Förderung der Jugend. So würden seit Jahren Ferienpassaktionen und Schnupperangeln für die Mädchen und Jungen auf der Lochholz-Anlage durchgeführt. Viele der jungen Leute würden danach Mitglied im Verein, so Dressler.
Jung hat auch der Volkacher Michael Liebenstein mit dem Angeln begonnen. "Ich war zwölf Jahre alt, als ich das erste Mal an einem Bach geangelt habe", erinnert er sich. Im Alter von 19 Jahren schloss sich der
47-Jährige der Sportanglervereinigung Mainschleife an, der er bis heute die Treue gehalten hat. "Es ist die frische Luft und die Natur, die mir am Angeln so gut gefallen", nennt er seine Beweggründe. Am fließenden Gewässer hat er schon mehrfach große Fische herausgeholt. Ein Waller mit 75 Pfund im Altmain war einer seiner größten Fänge.
An der Teichanlage in Eichfeld war der Zehn-Kilo-Karpfen rekordverdächtig. Im See gebe es mehrere kapitale Karpfen, so Liebenstein. Er sieht die Ursachen für den großen Fischbestand in der guten Wasserqualität. Und weil er kein Freund von Geheimnissen ist, verrät er auch die Art des Köders, die ihm die Königskette einbrachte: "Ein Stück Kartoffel."