Noch bevor sich der Stadtrat Dettelbach zu seiner Sitzung im Sitzungssaal des historischen Rathauses einfand, trafen sich die Räte zum Ortstermin in der Kapelle der Horn'schen Spitalstiftung. Dort besichtigten sie die mittlerweile fertig renovierte Kapelle, aber mehr als nur Anschauen ginge leider nicht, sagte Bürgermeisterin Christine Konrad. „Der Domkapitular Jürgen Lenssen ist leider erkrankt, und er wollte unbedingt hier sein, auch um uns das gemalte Altarbild des Künstlers zu erklären“, sagte Konrad bedauernd.

Immerhin konnte sie den Ratsmitgliedern und den Zuhörern erklären, in welchem baulichen Zustand sich die Kapelle nun befindet. Der Termin für die offizielle Eröffnung mitsamt Altarweihe wird Ende Oktober oder Anfang November sein.

Grundsätzlich ist die Decke der Kapelle, ein Bestandteil des Gebäudes inmitten der historischen Altstadt, um einiges niedriger geworden, und zwar um ein ganzes Stockwerk. Wie der Leiter der Horn'schen Spitalstiftung Franz-Josef Pechtl auf Anfrage sagte, war die Kapelle ursprünglich doppelt so hoch. An der Seite zum Altenheim hin waren früher Fenster, durch die die Senioren – quasi von oben herab, den Gottesdienst mit erleben konnten. Jetzt wurde an dieser Stelle eine Decke eingezogen.

Mehrere Bögen in der Decke vermitteln den Eindruck eines Gewölbes. Und ebenso grundsätzlich ist die Kapelle auch nicht nur für die Gottesdienste der Heimbewohner, sondern für die gesamte Bevölkerung gedacht. Die Empore ist geblieben, hat aber ein Gitter bekommen, damit sie nicht so abgeschlossen wirkt. An einer Wand der Empore ist ein Relief mit dem Heiligen Georg, dem Namensgeber der Kapelle, angebracht.

Der Zugang vom Heim zur Empore ist barrierefrei. Kirchenbänke gibt es nicht, vielmehr sind Stühle aufgestellt. Das bietet die Möglichkeit, die Reihen anders zu gestalten.

Die Bodenfliesen sind nicht neu, sondern während der Sanierung entdeckt worden. Teilweise sind in den Sitzreihen am Boden Sandsteinplatten eingebaut worden. Der Korpus von Christus am Kreuz ist eine Leihgabe, und die Marienskulptur neben dem Altar gehört ohnehin in die Kapelle.

Noch nicht getestet ist die Akustik in der Kapelle. Die Erklärungen der Bürgermeisterin waren nicht ganz deutlich zu hören, „aber die Akustik wird das Problem nicht sein, wenn in der Kapelle die Gottesdienste gefeiert werden“, sagte Konrad.

Die Kosten für die Sanierung betragen 101 000 Euro. Hiervon zahlt die Diözese Würzburg 61 000 Euro, die restlichen 40 000 Euro übernimmt die Stadt Dettelbach.