Normalerweise ist das Thema „Abwasserkanal“, sobald es auf der Tagesordnung des Stadtrates Prichsenstadt auftaucht, gleichzusetzen mit heftigen Diskussionen. Nicht so in der Sitzung am Donnerstagabend, obwohl der Rat dort einen eigenen Beschluss kippen musste.

Es ging um den Bauzeitenplan, in dem geregelt worden war, wann welcher Abschnitt in der historischen Altstadt zu sanieren gewesen wäre. Hätte es da nicht den Bürgerentscheid gegeben, der eine Sanierung mit Inlinern vorsieht und den Ratsbeschluss eines Neubaues ersetzt. Deshalb war es für den Stadtrat reine Formsache, auf diesen Bauzeitenplan vorerst zu verzichten. Der sah neben der Sanierung der Kirchgasse bis zur Schloßgasse auch die Sanierung der Kanalleitung entlang des Breiten See bis zur Wiesentheider Straße vor, was nun hinfällig geworden ist.

Sicherheitshalber ließ CSU-Sprecher Harald Eger das Wörtchen „vorerst“ in den Beschluss einfügen, damit sich der Rat nicht selbst die Möglichkeit nimmt, bei einem möglichen Scheitern einer Inliner-Sanierung gar nicht mehr handlungsfähig zu sein. Im Übrigen, ließ Bürgermeister René Schlehr (CSU) wissen, seien die aktuellen Filme der Kanalbefahrung, auf die Ratsmitglied Wolfgang Brosche (FBG) in der vorigen Sitzung hingewiesen hatte, aufgetaucht und dem Planungsbüro Valentin Maier zur Verfügung gestellt worden. Nach einer fünfminütigen Debatte beschloss der Rat einstimmig, vorerst auf den Bauzeitenplan zu verzichten.

Sparkasse will sanieren

Ein weiterer Punkt im Stadtrat war, dass die Sparkasse Mainfranken ihre Zweigstelle an der Luitpoldstraße in Prichsenstadt sanieren will, damit sie weiterhin im Ort ansässig bleiben kann. Das ist auch ganz im Sinne des Stadtrates, der im März beschlossen hatte, sich an einer möglichen Sanierung zu beteiligen, wenn die Kostenschätzung vorliegen würde. Die liegt mittlerweile auch vor und liegt bei knapp 250 000 Euro.

Weil die Stadt die Eigentümerin des Gebäudes ist und das Gebäude an die Sparkasse vermietet hat, würde der Anteil der Stadt bei etwa 50 000 Euro liegen. Im Haushaltsplan sind für dieses Jahr keine Gelder dafür vorgesehen, dafür aber Planungs- und Baukosten im Investitionsplan bis 2017 von insgesamt 310 000 Euro. Die Beratung, beschloss der Rat einstimmig, setzte das Gremium in der nichtöffentlichen Sitzung fort, weil es um „persönliche schutzwürdige Mietinteressen“ gehe. Das Ergebnis wird in der nächsten Sitzung bekannt gegeben.