In Kürze erfolgt die Ausschreibung für die Arbeiten zum Anschluss des Friedrichsbergs an das Kanal- und Wasserleitungsnetz in Abtswind. In der Sitzung des Gemeinderats teilte Bürgermeister Klaus Lenz mit, dass die Genehmigung und die angekündigten Zuwendungen nun vorliegen. Damit baut die Gemeinde die knapp zwei Kilometer langen Leitungen vom Ort aus auf den 473 Meter hohen Berg.

Dort oben befindet sich ein Jagdschloss sowie weitere Gebäude des Fürstenhauses Castell-Rüdenhausen. Die Entwässerung der Gebäude war bisher über eine Klärgrube mit einem Kammersystem erfolgt. Das Wasserwirtschaftsamt hatte vor drei Jahren signalisiert, dass diese Möglichkeit nicht mehr zulässig sei. Fürstenhaus und Gemeinde überlegten daraufhin eine Lösung.

Nach Prüfung der Rechtslage stellte sich heraus, dass der Friedrichsberg unter die Regelung der „ausliegenden Gehöften“ fällt und damit als Ortsteil zähle. Der zuständige Ingenieur Valentin Maier führte dies in der Sitzung genauer aus, nachdem Zuhörer Peter Baumann nachgefragt hatte. Er finde das Vorgehen nicht in Ordnung, die Gemeinde habe dem Besitzer geholfen, an Zuschüsse für die Erschließung zu kommen. Würde der Friedrichsberg nicht als Ortsteil gelten, müsste das Fürstenhaus die Erschließung ganz aus eigener Tasche bezahlen. So gewährt der Staat einen Zuschuss, der bei etwa 30 Prozent liegen dürfte. Den Rest bezahlt der Besitzer.

Planer Maier führte noch einmal aus, dass das Ganze eine „saubere Sache“ sei. Bei einer Ersterschließung sieht das Gesetz einen Zuschuss vor. Die Kanalleitungen sollen etwa in der Weinstraße ans Ortsnetz anschließen, das Trinkwasser wird vom Hochbehälter am Hasenberg per Druckleitung nach oben gepumpt. Bei der anschließenden Abstimmung zur Ausschreibung stimmte Ratsmitglied Rudi Weikert gegen die Sache, weil er grundsätzlich gegen das Projekt sei, wie er sagte.

Der Friedrichsberg galt als beliebtes Ziel für Wanderer und Ausflügler. Auf dem Berg wurde einst eine Gaststätte betrieben, die zum Besitz des Fürstenhauses gehörte. Das Lokal wurde 2006 geschlossen – auch wegen der Abwasser-Problematik.