WIESENTHEID

Kaiserwalzer statt Polonaise

Der 42. Ball der Freien Wähler Kitzingen begann mit einer Überraschung: Hatte sich so mancher Politiker mitsamt Begleitung schon innerlich auf das Schaulaufen bei der Polonaise vorbereitet, verkündeten die Gastgeber Stefan Wolbert und Paul Streng das Ende der traditionellen Balleröffnung. „Ab sofort wird es keine Polonaise mehr geben“, sagte Streng und löste damit Raunen unter den gut 600 Gästen aus. Stattdessen sollte die Band, das „Savoy Ballroom Orchestra“ (SBO), mit dem Kaiserwalzer den Ball eröffnen.
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Der 42. Ball der Freien Wähler Kitzingen begann mit einer Überraschung: Hatte sich so mancher Politiker mitsamt Begleitung schon innerlich auf das Schaulaufen bei der Polonaise vorbereitet, verkündeten die Gastgeber Stefan Wolbert und Paul Streng das Ende der traditionellen Balleröffnung. „Ab sofort wird es keine Polonaise mehr geben“, sagte Streng und löste damit Raunen unter den gut 600 Gästen aus. Stattdessen sollte die Band, das „Savoy Ballroom Orchestra“ (SBO), mit dem Kaiserwalzer den Ball eröffnen.

Während die Gastgeber die anwesenden Weinhoheiten (und eine Gärtnerkönigin) vorstellten, hatten diejenigen, die wirklich über den Ausfall der Polonaise enttäuscht waren, genügend Zeit, um sich auf die neue Situation einzustellen.

Dann aber füllten sich die beiden Tanzflächen mit einer Geschwindigkeit und einer derart hohen Zahl an Tanzpaaren, dass von einer Enttäuschung nichts mehr zu merken war. So wirklich vermisst hat auch niemand die Polonaise, zu deren wenigen Fürsprechern Streng gehört hatte. Dass schon Sekunden nach den ersten Walzer-Takten die Bühne regelrecht geflutet worden ist bedeutet, dass die Tänzer die Neuerung gut aufgenommen haben.

Nach wie vor war die Politik an diesem Abend außen vor – auch wenn die Kommunalwahlen ins Haus stehen. Inoffiziell wurde natürlich an den Tischen über aktuelle politische Themen diskutiert. Wurde es aber der Begleitperson zu bunt, wurde der Partner kurzerhand auf die Tanzfläche, in die Bar oder ans Buffet beordert. Politisiert werden durfte auch in den Tanzpausen, die das Ballroom Orchester sich und seinen Gästen gönnte. Denn anders als in früheren Zeiten spielten heuer keine zwei Bands auf, die die Gäste sonst durchgehend auf die Tanzfläche gelockt hatten, sondern eben nur eine.

Mit einer weiteren Tradition aber mochten die Gastgeber nicht brechen. Wie gewohnt lockerten zwei Einlagen den Abend auf: Die Nachwuchsgruppe der Narrengilde Grün-Weiß aus Laub und das Männerballett aus Heidingsfeld. Der Nachwuchs aus Laub widmete sich hingebungsvoll den bekannten Problemen der Bahn und deren legendären Unpünktlichkeit. Die 19 Mädchen und ein Junge werden trainiert von Manuela Warta, Michaela Kriege, Kerstin Pfister und Nadja Prappacher. Der Tanz kam so gut beim Publikum an, dass die 12- bis 15-jährigen Kinder und Jugendlichen ihn gleich ein zweites Mal tanzen mussten. Genauso erging es auch dem Männerballett aus Heidingsfeld. So bunt wie die Tänzer gekleidet waren, so bunt und abwechslungsreich war auch ihr „Best Of“ aus 44 Jahren der Gilde Giemaul, wie der Heimatverein heißt. Zeitgleich übrigens war das Ballett im Fernsehen zu sehen, in einer Aufzeichnung des Halbfinales von „Franken sucht den Supernarr“. Leider sind die elf Männer nicht bis ins Finale vorgedrungen.

Das tat der Freude der Männer keinen Abbruch, sie begeisterten ihre Zuschauer mit einem von Andrea Weiß, Nadine Schuhmann und Nadja König ausgetüftelten und eintrainierten Schautanz. Natürlich kamen auch die Herren nicht ohne eine Zugabe davon. Vereinsintern gab es dafür auch die für Männer passende Belohnung: Bier und Gummibärchen, das Bier allerdings erst nach dem Auftritt. Die Ballbesucher belohnten sich auch, mit ausgiebigen Tanzrunden auf beiden Tanzflächen und abschließender Entspannung an und in der Bar.

 

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