IPHOFEN

Kabinettausstellung: Wie ein Personalausweis für Bücher

Die meisten schreiben, wenn überhaupt, heute einfach ihren Namen in das Buch. Doch manche nutzen noch immer die edlere Art, ein Buch als ihres zu kennzeichnen: durch Exlibris. Seit Ende des 15. Jahrhunderts kennzeichnen solche kleinen gedruckten Bilder, die sich Besitzer wertvoller Bibliotheken anfertigen ließen, wie ein Personalausweis deren Bücher. Aus den Büchern von . . ., heißt Exlibris übersetzt.
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Griechenland im Exlibris: Andreas Meyer (links) und Leiter des Knauf-Museums Markus Mergenthaler in Iphofen freuen sich über die sehr detailreichen kleinen Bildchen. Foto: Foto: Gerhard Krämer

Die meisten schreiben, wenn überhaupt, heute einfach ihren Namen in das Buch. Doch manche nutzen noch immer die edlere Art, ein Buch als ihres zu kennzeichnen: durch Exlibris. Seit Ende des 15. Jahrhunderts kennzeichnen solche kleinen gedruckten Bilder, die sich Besitzer wertvoller Bibliotheken anfertigen ließen, wie ein Personalausweis deren Bücher. Aus den Büchern von . . ., heißt Exlibris übersetzt.

Zum zweiten Mal zeigt nun das Knauf-Museum in Iphofen in einer Kabinettausstellung eine Exlibris-Ausstellung. Nach Ägypten ist Griechenland im Exlibris an der Reihe mit rund 120 Exponaten. Eine Auswahl aus den Sammlungen von Dr. Gernot Blum (Mönchengladbach) und Andreas Meyer (Veitshöchheim) zeigt sowohl die Vielfalt der gewählten Motive als auch den bisweilen sehr freien Umgang mit den Bildthemen.

Ein durchaus beliebter Themenkreis sei das antike Griechenland, sagt Museumsleiter Markus Mergenthaler. Neben der Welt der Götter und sagenhaften Helden seien aber auch Ansichten von Gebäuden und Landschaften oder beeindruckenden Einzelobjekten aus der griechischen Vergangenheit, die im Original in den großen Museen der Welt gezeigt werden, auf Exlibris bildlich wiedergegeben. So zum Beispiel die Geburt der Aphrodite, die im Museum als Kopie vorhanden ist und nun ebenso in der Exlibris-Ausstellung als Kupferstich zu sehen ist.

Daneben gibt es die kleinen Kunstwerke unter anderem auch als Holzschnitt, Stahlstich, Lithografie oder Radierung. Während diese Bildchen früher nur der Buchkennzeichnung dienten, wurden sie spätestens seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie auch beliebte Sammelobjekte, einhergehend mit der Zunahme der Vielfalt der Motive auf den Blättern.

Wer nun denkt, die Zeit der Exlibris gehöre der Vergangenheit an, der wird in der Kabinettausstellung eines Besseren belehrt. Denn die jüngsten Exponate stammen aus dem Jahr 2014 – „von vorgestern“, fügt Andreas Meyer lachend hinzu. Seit zehn Jahren gehört er zu den Sammlern und nennt mittlerweile schon 4000 dieser Bildchen sein Eigen. Natürlich ist er auch Mitglied der Deutschen Exlibris-Gesellschaft. So sei er immer über aktuelle Entwicklungen auf dem Markt informiert. Auch er hat sich schon von einem Künstler drei eigene Exlibris gestalten lassen. Dabei gebe der Auftraggeber das Thema vor und der Künstler setze es um. „Die meisten werden dann getauscht“, sagt Meyer.

Beeindruckend ist die künstlerische Vielfalt. Leda und der Schwan zum Beispiel. Da sind ernste Darstellungen, aber auch humorvolle und künstlerisch sehr frei gestaltete zu sehen. „Eine reine Guck-Ausstellung“, beschreibt deshalb Mergenthaler die aktuelle Kabinettausstellung, die aber wiederum Beziehungen zur Relief-Dauerausstellung des Museums herstellt.

Die Kabinettausstellung „Griechenland im Exlibris“ ist von Sonntag, 25. Mai, bis Sonntag, 2. November, zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr, Montag geschlossen. Weitere Infos: www.knauf-museum.de

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