Kitzingen

Kabarett-Abend in Kitzingen: Schnell wie ein Maschinengewehr

Der Kabarettist Philipp Weber kommt nicht zum ersten Mal nach Kitzingen - er war als Kind schon mal als Judoka da.
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Es darf gelacht werden: Philipp Weber gastiert am 31. Oktober in Kitzingen. Foto: Philipp Weber

Am Donnerstag, 31. Oktober, kommt Philipp Weber auf Einladung der Wiesentheider KulturGezeit ins Hotel Cavallestro nach Kitzingen mit seinem Programm "Futter – streng verdaulich".  Der studierte Chemiker sorgt dafür, dass sich seine Besucher nach dem Abend besser, gesünder und vor allem viel entspannter ernähren. Es kann aber auch sein, dass man sich einfach nur vor Lachen den Bauch hält. 

Frage: Ihr erster Auftritt?

Philipp Weber: Ein Singspiel im Kindergarten. Ich glaube, ich gab den Frosch. Die Kritiken müssen katastrophal gewesen sein. Ich habe den Auftritt weitestgehend verdrängt.

Was hat Sie auf die Bühne gezogen?

Weber: Ich begann meine Ausbildung ganz klassisch als Klassenclown, dann habe ich mich zum Prunksitzungspräsidenten hochgearbeitet – ernsthaft! – und bin schließlich über den Umweg Poetry Slam beim Kabarett gelandet.

Haben Sie es schon mal bereut?

Weber: Ehrlich: nein. Es ist mir eine Ehre und Privileg, die Deutschen zum Lachen zu bringen. Eine nicht immer ganz leicht. Ich erinnere mich noch an einen Auftritt vor 50 schwäbischen Unternehmer-Frauen in Heilbronn. Das war eine Stimmung. Der absolute Nullpunkt ist dagegen kuschelig.

Was lesen Sie am liebsten über sich?

Weber: "Dieser Mann ist brüllend komisch.“ Denn das ist mein zentrales Anliegen: Wichtige Themen höchst vergnüglich präsentieren. Kabarett halt.

Und was lesen Sie gar nicht gerne über sich?

Weber: „Der Abend zog sich wie Kaugummi.“ Hat bisher aber auch noch keiner geschrieben.

Wenn Sie jemand gar nicht kennt: Wie würden Sie sich in drei Sätzen beschreiben?

Weber: Ein Journalist hat mich mal als das „Maschinengewehr des deutschen Kabaretts“ bezeichnet. Das trifft es gut. Ich rede schnell, wild und leidenschaftlich.

Ihre Vorbilder? Über wen können Sie lachen?

Weber: Da bin ich ganz klassisch. Die Großen. Die Meister. Loriot, Gerhard Polt, Woody Allen. Alles Giganten, auf deren Schultern kleine Humoristen wie ich stehen.

Worüber haben Sie sich zuletzt aufgeregt?

Weber: Andreas Scheuer.

Worüber zuletzt gelacht?

Weber: Andreas Scheuer.

Wie hat sich das Kabarett verändert, seit Sie es überblicken können?

Weber: Schwierige Frage. Die Szene ist sehr bunt geworden. Es gibt von anarchistischen Dadaisten bis humoristischen Moralisten alles. Doch das bekommt man nicht mit, wenn man sich Kabarett nur im Fernsehen anschaut. Denn da muss Kabarett medienkompatibel sein. Die ganze Bandbreite der Kleinkunst sieht man nur, wenn man ins  Theater geht. Da findet das wahre Kabarett statt. Verlassen Sie die Fernsehcouch und gehen Sie zur nächsten Kleinkunst-Bühne. Sie werden überrascht sein.

Ihre Stärken/Schwächen?

Weber: Manchmal geht der Odenwälder mit mir durch. Doch da Ihr auch Unterfranken seid – also Brüder im Geiste – haben die Menschen in Kitzungen dafür sicher Verständnis.

In "Futter - streng verdaulich" geht es um was genau?

Weber: Das Programm ist eine satirische Magenspiegelung der Gesellschaft. Verbraucherschutz als humoristische Kunstform. Aber ich versuche auch die politische Dimension von Essen aufzuzeigen. In einer globalisierten Welt sind Entscheidungen vor dem Supermarktregal folgenschwerer als in der Wahlkabine. Zumindest für den Thunfisch. Nach diesem Abend werden sich meine Zuschauer besser, gesünder und vor allem viel entspannter ernähren.

Sie sind mit drei Programmen gleichzeitig unterwegs - warum und wie geht das?

Weber: Ich liebe die Abwechslung. Und alle Programme verlieren nicht an Aktualität. Im Gegenteil: Sie werden immer brisanter.

Von Kitzingen weiß ich...

Weber: ...ich kenne Kitzingen schon als Kind. Ich war Judokämpfer und in Kitzingen gab es immer Kampf-Turniere, einmal sogar eine unterfränkische Meisterschaft. Ich durfte sogar ganz hoch aufs Treppchen.

Infos und Tickets gibt es unter www.kulturgezeiten.net Im Cavallestro gibt es zudem die Möglichkeit, Sitzplätze in Verbindung mit einem Essen zu reservieren. Kontaktiert hierfür unter Tel.: (09325) 9796200.

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