Die Iphöfer Weinlage Julius-Echter-Berg und der in der Altstadt gelegene Julius-Echter-Platz behalten ihre Namen. Obwohl sich der Fürstbischof Echter im Mittelalter erwiesener schwerer Gräueltaten schuldig machte, hat der Stadtrat nun den Antrag des Dornheimers Stefan Lenzer abgelehnt, Straße und Weinberg umzubenennen. Bürgermeister Josef Mend sagte, dazu bestehe „keine Notwendigkeit“.

Lenzer hatte in seinem Schreiben, das er bei der Bürgerversammlung im Februar an alle Stadträte überreichte, argumentiert, Echter habe Menschen bei lebendigem Leibe verbrennen lassen und mit Blutgeld Kirchen erbaut, die heute als Touristenattraktion vermarktet würden. Der Stadtrat sprach sich allerdings einstimmig gegen den Namensentzug aus. Klaus Brehm gab zu, noch über keinen Antrag aus den Reihen der Bürger so intensiv gegrübelt zu haben wie über diesen. „Um das zu entscheiden, müssten wir uns aber in die Lage der damaligen Politiker versetzen. Ich weiß nicht, ob wir das können.“

Wie Brehm war auch Otto Kolesch der Ansicht, dass es wenig Sinn habe, wenn Iphofen in dieser Sache vorpresche. Dann müsste etwa auch Würzburg über einen solchen Schritt nachdenken. „Wir sollten uns lieber dafür einsetzen, Stolpersteine zu verlegen“, so Kolesch.

Einen weiteren Antrag Lenzers aus der Dornheimer Bürgerversammlung hat der Stadtrat ebenfalls abgelehnt. Der Landwirt will nach dem Vorbild der in Iphofen geplanten Weinbergsbewässerung auch für seinen Betrieb einen Zuschuss von der Stadt. Bürgermeister Josef Mend wies aber darauf hin, dass es sich erstens beim Weinbau um Sonderkulturen handle,„das ist etwas anderes als Landwirtschaft“, und zweitens noch gar nicht feststehe, ob die Weinbergsbewässerung zustande komme.

Stadträtin Ingrid Stahl sagte, man könne die Landwirtschaft nicht ausklammern in dieser Diskussion. „Der Klimawandel betrifft uns schließlich alle.“ Die Stadt dürfe nicht nur einige wenige Winzer privilegieren und die vielen Landwirte gingen leer aus. Die Kulturlandschaft bestehe nicht bloß aus den Weinlagen Julius-Echter-Berg und Kalb. Mend sagte auf einen Einwand des anwesenden Lenzer, viele Landwirte hätten Brunnen gebohrt. „Da stellt sich die Frage der Gleichbehandlung.“