Kitzingen

Jugend diskutiert Wandel und Provokation in der Politik

Brücken verbinden. Und sie schützen, etwa wenn ein Gewitter aufzieht. So geschehen beim zweiten Kitzinger Philosophenschoppen, zu dem Daniel Nagl, letztmalig für die Paneuropa Jugend, eingeladen hatte. Da sich das zweite Treffen mit dem Verhältnis von Jugend, Parteien und Politik befasste, folgten der Einladung Nachwuchsvertreter verschiedener Parteien, mehrere Schülersprecher und auch ein Repräsentant von Fridays for Future (FfF). Am Diskurs beteiligten sich auch die lokale Umweltpolitikerin und Landtagsabgeordnete Barbara Becker sowie Bürgermeister Stefan Güntner, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisatoren.
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Die Teilnehmer des zweiten Philosophenschoppens mit Umweltpolitikerin Barbara Becker (Vierte von links), dem scheidenden Regionalvorsitzenden der Paneuropa Jugend Daniel Nagl (hinten links) und Bürgermeister Stefan Güntner (hinten Mitte). Foto: Daniel Koppe

Brücken verbinden. Und sie schützen, etwa wenn ein Gewitter aufzieht. So geschehen beim zweiten Kitzinger Philosophenschoppen, zu dem Daniel Nagl, letztmalig für die Paneuropa Jugend, eingeladen hatte. Da sich das zweite Treffen mit dem Verhältnis von Jugend, Parteien und Politik befasste, folgten der Einladung Nachwuchsvertreter verschiedener Parteien, mehrere Schülersprecher und auch ein Repräsentant von Fridays for Future (FfF). Am Diskurs beteiligten sich auch die lokale Umweltpolitikerin und Landtagsabgeordnete Barbara Becker sowie Bürgermeister Stefan Güntner, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisatoren.

Von Nagl gefragt, was die Aufgabe der Jugend in Gesellschaft und Politik sei, antwortete Ingo Heide (19, FfF Würzburg): „Einen Wandel einleiten.“ „Und selbst Zukunft mitgestalten“, ergänzte die ehemalige Schülersprecherin der Realschule Kitzingen, Maxime Haag (17), aus Marktsteft. Für Christina Henke (26), stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union Unterfranken aus Aschaffenburg, gilt es dabei auch „provokant zu sein und außerhalb bestehender Spuren zu denken.“

Ringen um Kompromisse

Wie schnell sich diese ändern, erklärte Konrad Körner (26), Vorsitzender der JU in Mittelfranken aus Herzogenaurach: selbst zwischen ihm und seinem 19-jährigen Bruder hätten sich die Kommunikationswege bereits verschoben. „Da müssen alle Parteien aufpassen, nicht den Anschluss zu verlieren“.

Noelle Lamers (17) Schülersprecherin am Gymnasium Marktbreit, bekräftigte: „Wir haben alle eine Meinung. Viele sprechen ihre politische Meinung nur nicht aus, beziehungsweise engagieren sich nicht, weil sie Angst haben, etwas Falsches zu sagen“, antwortete sie auf Nagls Frage, ob es, frei nach YouTube-Star Rezo, nur eine richtige Meinung gebe.

Für einen lebendigen politischen Prozess und Verständnis unter den Schülern warb Julia Bretz (30), die stellvertretende Vorsitzende der FDP in Unterfranken. Sie erklärte, dass der Diskurs in einer Gesellschaft, in der absolute Meinungen immer stärker würden, aufrechterhalten werden müsse. „Denn Politik meint immer das Ringen um Kompromisse“.

Keine Quotendiskussionen

Die Frage der ehemaligen Schülersprecherin der Mädchenrealschule Volkach, Célina Michelle Ehrler (17) lautete: „Wie viele Menschen setzen sich mit Politik auseinander und suchen nicht nur in den sozialen Medien nach Bestätigung?“ Dazu erklärte JU-Kreisvorsitzende Sabrina Stemplowski (33), dass die parteiübergreifende Herausforderung nicht in Quotendiskussionen liege, sondern in der Ansprache von jungen Menschen.

Bürgermeister Stefan Güntner (38) zeigte sich nicht als Fan einer Jugendquote, wurde aber mit Blick auf die Stadt- und Gemeinderäte der Region sehr deutlich: „Es bringt nichts, wenn in einem Stadtrat über 30 Jahre lang mehr oder weniger die gleichen Leute sitzen.“ Güntner appelliert daher an die Jugend, nicht nur auf die Straße zu gehen, sondern sich langfristig in einer Partei einzubringen, um Wandel und Zukunft mitzugestalten. Dies sei oft entspannter möglich als viele annehmen, unterstrich Landtagsabgeordnete Barbara Becker. Aktuell denke ihre Partei vieles neu, so die CSU-Kreisvorsitzende: „Aber alle Parteien müssen den Menschen auch klar machen, dass der Zugang total leicht ist und man sich nicht lebenslang bindet“.

Eine Bindung endete für den Organisatoren Daniel Nagl. Laut Pressemitteilung gibt der Kitzinger nach seiner Wahl zum Bezirksvorsitzenden der Jungen Union, das Amt als Regionalvorsitzender der überparteilichen Paneuropa Jugend in Franken auf. Diese wird nun in Unterfranken von Pascal Häusinger aus Würzburg und in Mittelfranken von Frederik Ströhlein aus Ansbach geführt.

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