August Popp ging im Jahr 2009 offiziell als katholischer Pfarrer in den Ruhestand, weshalb es den Namenszusatz i. R. für „im Ruhestand“ gibt. „Das i. R. stimmt schon bei mir“, meinte der Gottesmann im Gespräch mit dieser Zeitung, schob aber schmunzelnd nach: „Bei mir bedeutet i. R. aber in Reichweite“. Denn von Ruhestand konnte nie eine Rede sein, nach dem der gebürtige Iphöfer vor sechs Jahren nach Iphofen gezogen war.

Auch wenn er am liebsten gar kein Aufhebens darum gemacht hätte, feierten ihn seine Willanzheimer Schäfchen am Sonntag für sein 50-jähriges Priesterjubiläum. Mit einem Festzug geleiteten die Gläubigen August Popp vom Pfarrhaus zur Martinuskirche und nach dem Festgottesdienst veranstaltete die Kirchengemeinde einen Empfang im Martinushaus. „Das ist ein Jubiläum mit Seltenheitswert“, fand Pfarrgemeinderatsvorsitzende Gabi Hadek in ihrer Ansprache und charakterisierte den Pfarrer als Botschafter des Evangeliums.

„Wir sind sehr dankbar, dich zu haben“, wandte sich Hadek an August Popp und weiter: „du bist für uns von unschätzbarem Wert“. Denn mit der Umstrukturierung in der Seelsorge im Jahr 2006 zu einem so genannten Seelsorgebereich mussten die Willanzheimer damals ihren Pfarrer Georg gehen lassen und wurden seither nur noch durch die Pfarrer aus Iphofen oder Seinsheim mitversorgt. „Deswegen war es uns ein Bedürfnis, heute unsere Dankbarkeit zu zeigen“, erklärte die Pfarrgemeinderatsvorsitzende.

„Einer von uns“

Hadek beschrieb Popp als sehr belesenen Mann, der die Zeichen der Zeit erkenne und auch in seine Predigten mit einbeziehe. Er sei als Priester nicht abgehoben, sondern „du bist einer von uns“, attestierte Hadek dem Gottesmann. Sie überreichte dem Jubilar als Geschenk einen Gutschein für eine Ballonfahrt. „Bleib aber nicht oben, denn wir brauchen dich noch“, gab ihm Hadek mit auf den Weg.

Weitere Glückwünsche übermittelten Gerhard Rapp von der Kirchenverwaltung und Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert. Die Predigt im Festgottesdienst hielt der Iphöfer Pfarrer Hans Reeg. August Popp war am 6. März 1965 zum Priester geweiht worden, zum 50-jährigen Jubiläum gratulierte ihm auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick.

Popp ist ein gebürtiger Iphöfer und durfte im vergangenen Jahr seinen 75. Geburtstag feiern. Er trat als Seelsorger vor Jahrzehnten seine erste Stelle als Kaplan in Forchheim an. Im Jahr 1974 wechselte er als Pfarrer nach Hirschaid und wirkte dort 35 Jahre bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2009. Der 75-jährige ist Hobbywinzer und handwerklich sehr begabt, ist er doch Amateurfunker und Bastler in elektronischen Sachen. „Ich betreue gerne meine Willanzheimer“, versicherte August Popp und hilft auch bereitwillig aus. Kürzlich vertrat er den erkrankten Hans Reeg und war daneben schon von Kitzingen bis Uffenheim zur Stelle, um bei personellen Engpässen in die Bresche zu springen.