Die Steigerwaldhalle in Wiesentheid war gefüllt mit vielen Männern – und ein paar Frauen – in Lodengrün. Und doch erregte vor allem ein Junge die Aufmerksamkeit der Anwesenden, der in seinem Shirt geradezu lässig daher kam: Florian Schwegler, gerade 13 Jahre alt aus Obernbreit, zeigte den Jägern bei der Mitgliederversammlung der Kreisgruppe Kitzingen im Wortsinn, wie der Hase läuft.

Bei „Jugend forscht“ hat der Gymnasiast nämlich besondere Autoscheinwerfer entworfen, die mit blauem Licht Tiere von der nächtlichen Fahrbahn fernhalten sollen. Die Idee dazu kam ihm unterwegs: „Wenn wir Auto gefahren sind und es war Wild auf der Straße hat mein Papa geflucht“ und so suchte er nach einer Lösung.

Schon Gespräche mit BMW

Mit einer Reihe weißer LED über den regulären Scheinwerfern soll der Fahrer besser sehen, mit blauen LED das Wild abgehalten werden. Immerhin: Erste Gespräche mit BMW hat Florian schon geführt, einen Kontakt mit VW versprach der Vorsitzende der Kreisgruppe, Klaus Damme, herzustellen. An seinem Infostand in der Halle erklärte der Junge ausführlich seine Idee und von der Jägerschaft erhielt er die Auszeichnung „Naturerbe Bayern“ als Belohnung für seinen Fleiß.

Mit dem abgelaufenen Jagdjahr waren die Verantwortlichen im Großen und Ganzen zufrieden, wie die Grußworte im Laufe der Versammlung zeigten. Landrätin Tamara Bischof bedankte sich zunächst bei den Jägern für ihre „hervorragende Abschussquotenerfüllung und das sehr gute Verbissgutachten“. „Wir sind hier einen großen Schritt weitergekommen“, stellte sie fest und betonte: „Ich bin mir der wichtigen Rolle der Jäger bewusst.“ Die positiven Veränderungen motivierten zum weitermachen, meinte die Landrätin und forderte die Jäger auf, vor allem bei der Schwarzwildjagd in den Anstrengungen nicht nachzulassen. Zwar sei mit 466 Stück das höchste Streckergebnis seit langem erzielt worden, dennoch treiben noch immer zu viele Wildschweine ihr Unwesen. Dem stimmte auch Rudolf Schaller zu, der als Vertreter der Landwirte sprach. Es gebe viel Redebedarf zwischen Jägern und Landwirten, meinte er und stellte klar: „Wo geredet wird, kann es auch Einigung geben.“ Denn die Zahl der Wildschweine sei nicht höher als vor 20 Jahren, so Schaller. Aber die jagdbare Fläche sei in dieser Zeit wesentlich kleiner geworden.

Um die Schwarzkittel sorgte sich auch Dr. Susanne Werner vom Veterinäramt. Ihr ging es vor allem um das Nationale Wildschweinmonitoring. Sie ermahnte die Jäger, das Monitoringprogramm zu unterstützen, indem Proben der erlegten Tiere eingereicht werden. Dies sei wichtig um die Verbreitung von Krankheiten, vor allem die neuartige Aujezkysche Krankheit verfolgen zu können. Die tödliche Krankheit ist vor allem auch für Hunde gefährlich, weshalb die Jäger besonders wachsam im Umgang mit Kadavern sein müssten. Gleiches gelte auch für die Bekämpfung der Fuchsräude und der Schweinepest.

Mitarbeit beim Monitoring

Zur Mitarbeit beim Monitoring ermunterte auch der Vorsitzende. Klaus Damme ging außerdem auf aktuelle jagdpolitische Themen ein: Er nahm Stellung zur Resolution des Bayerischen Jagdverbandes, die eine Woche vorher in Memmingen verabschiedet worden war und unter anderem eine Begrenzung der Schusszeit für Schalenwild auf den 31.12. vorsieht. Außerdem sollen erstmals Drückjagden auf Schwarzwild durchgeführt werden – ausdrücklich ohne Rehwildabschuss. Eine Entscheidung, die im Saal mit spontanem Applaus unterstützt wurde. Zum forstlichen Gutachten über Verbiss und Abschüsse meinte Damme „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“

Einzig die Entwicklung beim Niederwild sei unerfreulich: In den letzten vier Jahren wurden mehr Füchse als Hasen erlegt. Jäger und Landwirte seien gefordert, mit Biotopen, Zwischenfruchtanbau und der Vergrämung von Raubwild den Tieren mehr Lebensraum zu bieten. Insgesamt betrug die Jagdstrecke für das Jahr 2012/2013 beim Rehwild 2412 Stück, beim Schwarzwild 466, Hasen wurden 1910 erlegt.

614 Wildkaninchen, 1256 Füchse, 59 Fasanen, 162 Rebhühner und 846 Stockenten kamen den Jägern vor die Flinte – oder als Fallwild unter die Räder. 26 Stück Damwild und 7 Stück Muffelwild zählen ebenfalls dazu. Das ergibt im Ganzen eine Erfüllung der Abschussquote von 89 Prozent. Ein Ergebnis, mit dem alle zufrieden waren.

Für ihre langjährige Treue zum Jagdverband wurden folgende Mitglieder vom Vorsitzenden geehrt:

Für zehn Jahre Udo Öder, für 25 Jahre Michael Dötsch, Robert Finster, Werner Reichert und Winfried Koschnicke, für 40 Jahre Klaus-Dieter Maske, August Hack, Willi Stöckinger und Friedrich Hofmann. Seit 50 Jahren sind Nikolaus Knauf, Günther Koller, Heinz Krauss, Günter Pavel, Robert Rössner, Heinrich Wirsching und Ludwig Zink dabei.

Stolze 60 Jahre hat Rudolf Schmitt bereits hinter sich.

Ehrenzeichen überreichte der Vorsitzende an verdiente Mitglieder. So wurde Rainer Hornung mit dem Hundeführer Ehrenzeichen in Bronze ausgezeichnet, den Eichenkranz in Bronze erhielt Winfried Worschech, in Silber wurde er Bert Grebner überreicht. Das Prädikat „Naturerbe Bayern“ erhielten neben Florian Schwegler die Jäger Fritz Elflein und Michel Ludwig.