DETTELBACH

Ja-Wort auf der Herz-Jesu-Höhe?

Für den schönsten Tag im Leben gibt es in Dettelbach zurzeit nur einen Ort – zumindest, was die standesamtliche Heirat betrifft: das Hochzeitszimmer im historischen Rathaus. Das gibt der Trauung zwar einen romantischen Rahmen, hat aber einen Haken: Für Rollstuhlfahrer ist der Raum im zweiten Obergeschoss praktisch unerreichbar.
Artikel drucken Artikel einbetten
Heiraten mit romantischer Aussicht: Ob man sich in Dettelbach demnächst auch auf der Herz-Jesu-Höhe das Ja-Wort geben darf, darüber berät der Stadtrat in seiner Sitzung am 6. Mai. Foto: Foto: Tourismusinformation Dettelbach

Für den schönsten Tag im Leben gibt es in Dettelbach zurzeit nur einen Ort – zumindest, was die standesamtliche Heirat betrifft: das Hochzeitszimmer im historischen Rathaus. Das gibt der Trauung zwar einen romantischen Rahmen, hat aber einen Haken: Für Rollstuhlfahrer ist der Raum im zweiten Obergeschoss praktisch unerreichbar.

Nicht zuletzt deshalb denkt man in der Stadt derzeit über alternative Orte für Trauungen nach. Auslöser ist der Antrag eines Dettelbachers, der im Juli auf der Herz-Jesu-Höhe heiraten möchte. Der Vater des Bräutigams ist auf den Rollstuhl angewiesen, doch das allein war nicht der Grund für den Antrag. In der Familie gibt es eine Winzertradition, und so soll die Hochzeit eben nicht im kleinen Rathaus-Kämmerlein, sondern in der Schutzhütte inmitten der Rebstöcke stattfinden.

Wie am Rande der Stadtratssitzung am Montag bekannt wurde, hatte Bürgermeisterin Christine Konrad den Antrag des Dettelbachers zunächst abgelehnt – offenbar aus einem Missverständnis heraus. „Der Antrag war so formuliert gewesen, als gehe es lediglich um die Barrierefreiheit“, sagte Konrad am Montag. Die entsprechenden Voraussetzungen seien auf der Herz-Jesu-Höhe aber nicht optimal, deshalb habe sie dem Antragsteller entsprechend geantwortet.

Wie nun in der Sitzung zu hören war, ist die Anhöhe aber durchaus mit Autos anzufahren und somit auch für Rollstuhlfahrer erreichbar – allerdings führt der Weg über eine Schotterpiste. Auch gehe es dem Bräutigam ganz grundsätzlich um einen alternativen Ort zum Heiraten – was im Antrag so deutlich wohl nicht zum Ausdruck gekommen war.

Christine Konrad sagte nun zu, das Thema im Stadtrat behandeln zu lassen. Vor allem das Problem der fehlenden Barrierefreiheit müsse auf jeden Fall gelöst werden. Die Herz-Jesu-Höhe ist demnach einer der möglichen alternativen Hochzeitsorte, beim Punkt Barrierefreiheit allerdings nicht erste Wahl. Über die Details will der Stadtrat in seiner Sitzung am 6. Mai beraten.

In anderen Gemeinden im Landkreis gibt es bereits seit einigen Jahren Alternativen zum Rathaus als Ort für Trauungen. So kann man sich beispielsweise auf den Mainfähren in Mainstockheim/Albertshofen und Nordheim ebenso das Ja-Wort geben wie in den Weinbergen bei Sommerach, Nordheim und Wiesenbronn.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.