VOLKACH

Ist der Zug abgefahren?

„Für uns war der Frauenbund stets ein Gewinn. Er hat uns geprägt, auch im Glauben – aber alles im Leben hat seine Zeit“, sagen Franziska Karg und Hedwig Hofmann, zwei engagierte Mitstreiterinnen im erweiterten Vorstand, die es wissen müssen. Seit 1982 sind sie aktiv dabei und haben Höhen und Tiefen hautnah miterlebt. Zum 95. Geburtstag des Volkacher Zweigvereins an diesem Wochenende erinnern sie sich.
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Lange dabei: Hedwig Hofmann (links) und Franziska Karg sind Veteranen beim Frauenbund Volkach. Foto: Foto: R. Reichl
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„Für uns war der Frauenbund stets ein Gewinn. Er hat uns geprägt, auch im Glauben – aber alles im Leben hat seine Zeit“, sagen Franziska Karg und Hedwig Hofmann, zwei engagierte Mitstreiterinnen im erweiterten Vorstand, die es wissen müssen. Seit 1982 sind sie aktiv dabei und haben Höhen und Tiefen hautnah miterlebt. Zum 95. Geburtstag des Volkacher Zweigvereins an diesem Wochenende erinnern sie sich.

Seit 32 Jahren halten Karg und Hofmann dem Katholischen Frauenbund an der Mainschleife die Treue – und sie haben es nie bereut. Aber sie wollen etwas kürzer treten: Hedwig Hofmann ist 75, Franziska Karg 71 Jahre alt. Das 95. Jubiläum feiern sie aber an vorderster Front mit, danach wird man weitersehen. „Das Problem ist halt der mangelnde Nachwuchs“, sind sich beide sicher. Die Älteren können nicht mehr ganz so wie sie wollen, die Jüngeren haben andere Interessen. Es ist eben nicht mehr so wie früher, als man die Gemeinschaft suchte und in einem Verein wie dem Frauenbund den Zusammenhalt fand.

„Der Zug ist einfach abgefahren“, sagt Hofmann bedauernd, die Weichen sind längst gestellt. Wenn im nächsten Jahr Neuwahlen anstehen, wird es eng. Mangelndes Engagement, teils aus Zeitgründen, ist eine nicht mehr weg zu diskutierende Tatsache. Auch Vorsitzende Ursel Arnold, seit 1991 an der Spitze des Frauenbundes, hat hinsichtlich der Neuwahlen Bedenken. Bis heute ist es ihr zwar immer wieder gelungen, das Image des Frauenbundes zu stärken und ihr Team für die Arbeit der Vereinigung zu begeistern; aber ob das wieder gelingt?

Politik kam nicht zu kurz

Franziska Karg und Hedwig Hofmann erinnern sich gerne an die Anfangszeit, an abwechslungsreiche Programmangebote, an gemeinsame Kreuzwege, Andachten, Besinnungstage, Arbeitskreise und Tagungen. Neben der Religiosität kam aber auch die Politik nicht zu kurz. Ihr Motto damals: „Mit Frauen für Frauen: Glauben – Leben – Handeln“. Denn bei der Gründung des Katholischen Deutschen Frauenbundes in Köln 1903 hatte es sich dieser zum Ziel gesetzt, für die Stellung der Frau in Kirche, Staat und Gesellschaft einzutreten und die Interessen der Frauen durch eine starke Gemeinschaft wahrzunehmen. „Wir haben einiges bewegt seinerzeit“, sind sie noch heute stolz auf das Geleistete.

Besonders gerne erinnern sich Franziska Karg und Hedwig Hofmann an die lustigen Theaterabende zur Faschingszeit, unter Regie von Christine Dinkel. „Für einen bühnenreifen Auftritt haben wir wochenlang geprobt, angefangen vom Lernen der Texte bis hin zu den Kostümen.“ Der Erlös wurde der Pfarrgemeinde oder anderen kirchlichen Einrichtungen gespendet.

Die Jahre sind schnell vergangen. So feiern Hedwig Hofmann und Franziska Karg, gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen, am Samstag, 15. März den 95. Geburtstag in kleinem Kreis bei einem Frauenfrühstück. Das Motto des Tages: „Generationen – gemeinsam Zukunft gestalten“, ihrer Ansicht nach ein äußerst passendes Leitmotiv für die derzeitige Situation des Jubelvereins.

„Das Interesse und die Verbundenheit mit der Heimatkirche kann man von den Zielen des Frauenbundes kaum trennen“, sagt Vorsitzende Ursel Arnold im Hinblick auf das Jubiläum der christlichen Vereinigung. Ihr Fazit: „Unser zentrales Anliegen war es von Anfang an, Frauen zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit und zur Weiterbildung anzuregen, sie in die Lage zu versetzen, in Gesellschaft, Familie und Beruf, Kirche und Staat, eigenverantwortlich mitzuwirken. Für diese Ziele steht der Zweigverein Volkach heute noch ein.“

Chronik des Volkacher Frauenbundes

Anlässlich des 95. Geburtstages des Volkacher Frauenbundes blättert die Vorsitzende Ursel Arnold in der Chronik. Gründung: Am 17. Januar 1919 gründeten 38 Frauen gemeinsam mit Dekan Peter Braun den Frauenbund. Am 21. Februar erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister des Amtsgerichtes. Die Gründerinnen: Unter den Gründerinnen des Volkacher Frauenbundes sind bekannte Namen wie Aumüller, Leininger, Kost, Leipold, Ullrich, Gerstner, Dumbsky, Haupt, Erbig, Weingärtner, Jäcklein, Boll, Thurn, Keil, Heilmann, Leykam, Stricker und Therese Stangl, die Mutter des ehemaligen Würzburger Bischofs Josef Stangl. Die Vorsitzenden: Als erste Vorsitzende wurde Maria Leininger gewählt. Ihr folgten: 1928 Babette Aumüller, 1948 Gunda Kleinlein; 1959 Helene Imhof; 1961 Mathilde Schlier; 1979 wieder Helene Imhof; 1985 Irmgard Kreim und 1991 Ursel Arnold.

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