IPHOFEN

Iphofens idyllische Inszenierung

„Brrrr ist das kalt“, sagt der Mann hinter dem Verkaufsstand mit dem Glühwein und schlägt die Arme vor dem Körper zusammen. Seine Kollegin am Stand nebenan steigt von einem Fuß auf den anderen und stapft immer wieder auf, um ihre kalten Füße zu wärmen. Es ist Samstag kurz vor 17 Uhr und das Thermometer fällt gerade unter die Minus-Sieben-Grad-Grenze.
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Iphöfer Weihnachtsidylle: Ein Becher heißer Glühwein in der Hand, eine warme Mütze auf dem Kopf, Handschuhe an den Händen und ausreichend Zeit zum Schauen und Bummeln, so machte der Iphöfer Weihnachtsmarkt am Wochenende zahlreichen Besuchern aus nah und fern, trotz knackigen Minustemperaturen viel Freude. Foto: Foto: Hilmar Hopfengart

„Brrrr ist das kalt“, sagt der Mann hinter dem Verkaufsstand mit dem Glühwein und schlägt die Arme vor dem Körper zusammen. Seine Kollegin am Stand nebenan steigt von einem Fuß auf den anderen und stapft immer wieder auf, um ihre kalten Füße zu wärmen. Es ist Samstag kurz vor 17 Uhr und das Thermometer fällt gerade unter die Minus-Sieben-Grad-Grenze.

Kälte hin oder her, „das Wetter passt“, sind sich alle einig. Die Dächer der Häuser rings um den Marktplatz in Iphofen sind mit einer dünnen Schneeschicht bedeckt und der Marktplatz zeigt sich im weihnachtlichen Glanz. Buden reihen sich aneinander, vor dem illuminierten Rathaus strahlt ein großer Weihnachtsbaum im Lichterglanz. Handschuhe, Mütze und ein dicker Anorak sind Pflicht und wer schlau ist, sucht sich einen Platz bei den Stadtförstern.

Heimelige Wärme

Die Stadtförster hatten nicht nur wie in den vergangenen Jahren einen alten Holzherd angeheizt, auf dem ein kräftiger Glühwein vor sich hin köchelte, sondern zusätzlich einen Stehtisch aufgestellt, der durch ein mit Holzscheiten beheiztes Ölfass zum Wärmeofen wurde. Auch ein kleines Holzfeuer lud zum Verweilen ein. Der Weg dorthin war unschwer zu finden: der Duft von Glühwein und Wildschweinbratwurst war weithin zu riechen.

Als Bürgermeister Josef Mend zwei Stunden vorher zusammen mit dem Posaunenchor Hellmitzheim und Weinprinzessin Laura den Markt offiziell eröffnete, war es noch zwei Grad wärmer und Mend sichtlich froh. Denn die Großbaustelle des entkernten Verwaltungsgebäudes, von wo aus sonst die Stromkabel verlegt worden waren, hatte den Organisatoren und Machern von Tourist-Information und Bauhof heuer einiges an Logistik abverlangt. Schließlich sollte in jeder der weihnachtlich geschmückten Buden Strom für Waffeleisen und Herdplatten, für Glühweintöpfe und Beleuchtung vorhanden sein.

Mend attestierte seinen Mitarbeitern eine hervorragende Arbeit. Er lud die Besucher ein, die Idylle des Iphöfer Weihnachtsmarktes zum Anlass zunehmen, sich vom Vorbereitungsstress des Weihnachtsfestes eine Auszeit zu nehmen und etwas Leckeres zu genießen. Mend riet, den Musikern zu lauschen: den Posaunenchören Hellmitzheim und Mönchsondheim, dem Jugendposaunenchores der Musikschule und dem Musikzug der Feuerwehr. Die Besucher, die teilweise von weit her und in Gruppen angereist waren, ließen sich nicht lange bitten.

Zahlreiche Künstler boten ausgefallene Keramiken, Töpferwaren, Schnitzereien, Schmuck und vieles mehr an. Die heimischen Akzente setzten unter anderem der Frauenbund, die Patchwork-Gruppe, die „Hangnager“, Mitglieder der Iphöfer „Stücht“, der Verein Waisenhaus Sri Lanka, die Feuerwehr, örtliche Metzger und Konditoren. Wer sich die festlich herausgeputzte Weinstadt in Ruhe ansehen wollte, der tat dies am besten bei einer Fahrt in der Pferdekutsche. Und wer bisher nicht glaubte, dass Politiker Märchen erzählen können, der konnte sich davon überzeugen: Der Bürgermeister las in der Vinothek im Rahmen des lebendigen Adventskalenders unter dem Motto „Äpfel, Nüsse, Mandelkern“, Weihnachtsgeschichten vor.

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