Iphofen

Iphofen sorgt sich um seine Alten

Mehr als zwei Millionen Euro lässt sich die Stadt altersgerechten Wohnraum kosten. Warum Iphofen damit aus Expertensicht ein leuchtendes Beispiel gibt.
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Dieser Häuserkomplex in der Iphöfer Kirchgasse soll weichen, um Platz zu schaffen für altersgerechte Mietwohnungen.

Altengerechten und zugleich bezahlbaren Wohnraum zu schaffen ist für viele Kommunen hierzulande eine echte Herausforderung. Die Stadt Iphofen versucht sich nun erneut an diesem Spagat. Bis Ende 2020 sollen im Rücken des Altenbetreuungszentrums (ABZ) in der Kirchgasse zehn barrierefreie Wohnungen und Appartements in Größen von 43 bis 70 Quadratmeter entstehen. Der Stadtrat hat den Entwürfen des Architekten Reinhard Zingler von der Bamberger Joseph-Stiftung am Montagabend einhellig auf den Weg gebracht. Bürgermeister Josef Mend spricht von einer guten Lösung.

Gebäude werden abgebrochen

„Wir stellen ganz deutlich fest, dass der Bedarf an altersgerechten Wohnungen wächst“, sagt Mend. Die Stadt hat auf diese steigende Nachfrage bereits reagiert und schon vor Jahren neben dem ABZ altersgerechte Wohnungen geschaffen. Nun soll das Angebot erweitert werden. Dazu lässt die Stadt die von ihr erworbenen Anwesen Kirchgasse 11 und 13 abbrechen, um Platz zu schaffen für zwei neue Gebäude. Die Pläne dazu gibt es schon länger, doch wegen der hitzigen Baukonjunktur lagen sie erst einmal auf Eis. Jetzt sah der Bürgermeister die Zeit reif, sie umzusetzen.

Nach Worten von Architekt Zingler entstehen auf drei Ebenen – Erdgeschoss, Obergeschoss und ausgebautem Dach – insgesamt zehn Wohnungen. Appartements mit etwa 43 Quadratmetern, Zwei- und Dreizimmerwohnungen mit 53 und 70 Quadratmetern, Größen, die laut Mend über das übliche Maß hinausgehen und dennoch bezahlbar bleiben sollen. Was das im Einzelnen heißt, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Die Baukosten für das gesamte Projekt bewegen sich nach Angaben des Bürgermeisters bei etwas mehr als zwei Millionen Euro.

Erst die Kapelle, dann die Wohnungen

Begonnen werden soll der Bau im Herbst 2019, wenn die Grundlagen für die neue Kapelle des Altenbetreuungszentrums geschaffen sind. „Da kann der Kran gleich stehen bleiben“, sagt Architekt Reinhard Zingler. Die beiden Gebäude erhalten einen direkten Zugang zum ABZ. Dort können die künftigen Mieter auch Angebote wie Mittagessen in Anspruch nehmen. „Es sind Wohnungen für Menschen, die noch selbstständig ihren Alltag regeln können, aber die Möglichkeit haben, mehr und mehr Hilfen in Anspruch zu nehmen“, erläutert Zingler die Idee hinter dem Projekt.

Überhaupt ist Zingler voll des Lobes für die Linie Iphofens auf einem der heikelsten politischen Felder dieser Zeit. „Wie Bürgermeister und Stadtrat dort mit dem Thema Pflege umgehen, dass man das nicht dem privaten Markt überlässt, sondern sich selbst kümmert, ist sehr verantwortungsvoll. Das finden Sie in der Republik nicht mehr so häufig“, sagt der Experte. Mehr als 50 Pflegeheime hat die vom Erzbistum Bamberg getragene Joseph-Stiftung, eines der größten Wohnungsunternehmen Nordbayerns, nach seinen Worten in Bayern und Sachsen gebaut. Die Qualität des Iphöfer Altenbetreuungszentrums sei, dass es als kleinteilige Pflegeeinrichtung mitten im Herzen der Stadt liege.



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