Iphofen

Iphofen schickt Kinder in den Wald

Die Stadt wird das Angebot im Iphöfer Kindergarten um eine Waldgruppe erweitern. Steckt dahinter sanfter Druck der Eltern oder ein "neues Signal" von Bürgermeister Mend?
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In Hüttenheim gibt es schon einen Waldkindergarten. Das Bild entstand bei der offiziellen Eröffnung im Mai 2017. Jetzt möchte Iphofen nachziehen. Foto: Carmen Lechner

Toben und spielen in freier Natur, lernen im Schutz des Waldes: Dieses Angebot soll es demnächst auch für die Iphöfer Kindergartenkinder geben, und zwar auf einem sonnigen Plateau oberhalb des Wertholzplatz  Richtung Birklingen. Auf sanften Druck der Eltern hat der Stadtrat am Montagabend beschlossen, die "Waldpädagogik" in das städtische Betreuungsangebot aufzunehmen – geplant sind einzelne Waldtage, aber auch eine feste Waldgruppe. "Es kann nicht schaden, wenn Kinder mit Natur und Umwelt konfrontiert werden", erklärte Bürgermeister Josef Mend im Beisein einer Handvoll Eltern im Sitzungssaal im Rathaus. Und: "Wir sollten den Mut aufbringen, jetzt mit dem Angebot zu starten."

Widerstand unter den Räten hatte es zuletzt noch wegen der am Waldrand vorgesehenen, 130 000 Euro teuren Schutzhütte gegeben. Von dieser Abwehrhaltung war in der jüngsten Sitzung nichts mehr zu spüren, zumal Mend eine bis zu 90 000 Euro hohe Förderung für das Projekt in Aussicht stellte und von einem "neuen Signal" des Kindergartenträgers berichtete. Demnach habe sich die katholische Kirchenstiftung St. Veit "grundsätzlich" bereit erklärt, eine Waldgruppe zu übernehmen, wenn die Stadt auf der anderen Seite ein mögliches Defizit ausgleiche. Je nach Auslastung der Gruppe rechnet der Bürgermeister mit einem jährlichen Fehlbetrag von maximal einigen Tausend Euro.

Von Elternseite gibt es 16 verbindliche Meldungen

Nach Angaben der Verwaltung haben derzeit 16 Iphöfer Eltern ihr "verbindliches Interesse" an einer Waldgruppe bekundet, einige allerdings erst für die Jahre 2020 oder 2021. Dafür gebe es möglicherweise noch Potenzial aus den Stadtteilen oder den Nachbargemeinden. Das Angebot richtet sich an Kinder ab drei Jahren. Die Stadträte Jörg Schanow und Hans Brummer fragten, ob im Kindergarten ausreichend Personal für die Waldpädagogik zur Verfügung stehe. Laut Mend ist dies der Fall. Peggy Knauer empfahl, auf eine "brauchbare Zahl an Waldkindern" zu achten.

Letztlich sprach sich der Stadtrat einstimmig für den von Mend eingebrachten Antrag aus, zum "frühestmöglichen Zeitpunkt" eine Waldgruppe zu installieren. Dies werde "nicht gleich zum 1. September der Fall sein". Erst muss das Gebäude aufgestellt werden. Einen Wasseranschluss für die Hütte, wie anfangs geplant, wird es vermutlich nicht geben. Die Entfernung zum nächsten Trinkwassernetz ist zu weit, die Investitionskosten für die Stadt wären zu hoch.

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