WIESENTHEID

Investitionen für die Zukunft

Der nächste Rekord-Haushalt ist für den Markt Wiesentheid vom Tisch. In der letzten Sitzung des Jahres verabschiedeten die Gemeinderäte den 24,74 Millionen Euro umfassenden Etat.
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Euro-Geldscheine: Bargeld kostet die Deutschen viele Milliarden. Foto: Foto: dpa

Der nächste Rekord-Haushalt ist für den Markt Wiesentheid vom Tisch. In der letzten Sitzung des Jahres verabschiedeten die Gemeinderäte um Bürgermeister Werner Knaier den insgesamt 24,74 Millionen Euro umfassenden Etat für das Jahr 2016. Er fällt damit um 4,3 Millionen Euro höher aus als im Vorjahr. Die Kommune hat darin allein zwölf Millionen Euro für Investitionen eingestellt, was das Ortsoberhaupt aber relativierte.

Gegen das Zahlenwerk stimmte der dritte Bürgermeister Heinrich Wörner, der dies mit dem Projekt Neubau einer Ersatzunterkunft für das Rote Kreuz begründete. Hier hatte die Kommune noch bei den Vorberatungen im November mit Kosten von 350 000 Euro kalkuliert, jetzt sind im Plan 875 000 Euro. Damit sei er nicht einverstanden, „das ging mir zu schnell.“

Zum Zahlenwerk erläuterte Bürgermeister Knaier (CSU), dass im Vorjahr von den eingestellten 11,7 Millionen Euro an Investitionen gerade einmal etwa vier Millionen Euro getätigt wurden, manches verzögerte sich und wird erst 2016 ausgeführt. Außerdem, so Knaier, werde die Hälfte der mit zwölf Millionen veranschlagten Investitionen wieder mittels Zuschüsse oder Grundstückskäufe wieder an die Gemeinde zurück fließen.

In seiner Gemeinde herrsche nach wie vor eine „solide, geordnete und ausgesprochen vorausschauende Finanzpolitik.“

Die Schulden würden wegen des hohen Etats nicht steigen, sondern zurück gefahren auf 294 Euro pro Einwohner. Dabei handle es sich um „rentierliche Schulden“, rein rechnerisch sei die Gemeinde seit Jahren schuldenfrei, so Knaier. Wiesentheid liege bei der Steuerkraft nun auf Rang vier aller Gemeinden des Landkreises und verbessere sich damit um einen Rang. Das Ortsoberhaupt hob besonders hervor, dass die Hebesätze bei der Grundsteuer (300 Punkte) seit 1999 unverändert seien. Bei der Gewerbesteuer (320 Punkte) liege sie seit 1978 auf dem gleichen Wert.

Um den Haushalt abzugleichen, entnimmt die Kommune 8,5 Millionen Euro aus den Ersparnissen. Hinzu kommt, dass die Einnahmen aus der Gewerbesteuer (drei Millionen) und aus dem Anteil an der Einkommensteuer (2,23 Millionen) erneut gestiegen sind.

Im einzelnen umfasst der Verwaltungshaushalt 9,654 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt 15,072 Millionen Euro. An den Landkreis muss die Gemeinde 2,238 Millionen Euro als Umlage überweisen. An Schlüsselzuweisungen vom Staat erhält sie 93 477 Euro. Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt beträgt 1,055 Millionen Euro.

Die Fraktionen im Gemeinderat trugen einhellig den Kurs der Verwaltung mit. Stefan Möhringer von der CSU hob hervor, man schiebe mit den Investitionen Baugebiete und Projekte an, die für die nächsten Jahrzehnte gedacht seien. Der Haushalt sei „sehr gut und solide geplant. Wir können es uns auch leisten“, sagte er zu den Ausgaben.

Als „richtungsweisend mit Rekord-Investitionen“ sah Michael Rückel vom Bürgerblock das Zahlenwerk. Es gehe darum „Wiesentheid fit für die Zukunft aufzustellen.“ Er hob hervor, dass 81 Prozent des Investitionsprogramms allein für Baumaßnahmen vorgesehen seien. Der Etat sei eine gute Arbeitsgrundlage. Wichtig sei neben den Standortfaktoren, dass es im Gewerbegebiet wie auch in den Baugebieten voran gehe. Dazu werde mit der Entlastungsspange zur B 286 ein Schritt zur Verkehrsentlastung des Ortskerns gemacht.

Walter Rosentritt von den Ortsteilen sah im Finanzplan ein solides Fundament. Für Frank Hufnagel (Bündnis 90/Die Grünen) war wesentlich, dass im nächsten Abschnitt zur Verkehrsentlastung das Teilstück von der Prichsenstädter zur Geesdorfer Straße angepackt werde. Auch er könne dem vorgelegten Haushalt zustimmen.

Nach rund 40 Minuten war das gründlich vorberatene Zahlenwerk unter Dach und Fach.

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