LANDKREIS KITZINGEN

Integration: Die Sprache als Schlüssel

Marion Stief ist die neue Integrationslotsin des Landkreises. Die 37-Jährige hat die neue Stelle vor drei Wochen angetreten. Was sind ihre Aufgaben?
Artikel drucken Artikel einbetten
Marion Stief, Integrationslotsin des Landkreises Kitzingen. Foto: Foto: Corinna Petzold

Freitags-Fragen

Marion Stief ist die neue Integrationslotsin des Landkreises. Die 37-Jährige stammt aus dem Landkreis Würzburg und hat die neue Stelle vor drei Wochen angetreten.

Frage: Was macht eine Integrationslotsin?

Marion Stief: Als Integrationslotse ist man Schnittstelle zwischen Institution und den Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit.

Warum haben Sie sich dafür entschieden?

Stief: Es ist ein spannendes und herausforderndes Betätigungsfeld, das sich an den aktuellen Entwicklungen in Deutschland orientiert. Eine Stelle mit Gestaltungsspielraum.

Was haben Sie vorher gemacht?

Stief: Ich habe als Bildungsreferentin für einen Erwachsenenbildungsverband gearbeitet, war als Sozialarbeiterin für Sozialpädagogische Familienhilfe und Erziehungsbeistandschaften in der Jugendhilfe tätig.

Wie waren die ersten drei Wochen?

Stief: Die waren natürlich geprägt von Einarbeitung, Kennenlernen der Akteure, Institutionen und Örtlichkeiten. Es gibt viele tolle Projekte.

Wo sehen Sie die größten Probleme?

Stief: Der Schlüssel zum Leben in einem anderen Land ist die Sprache. Ohne ausreichende Sprachkenntnisse bekommt man keine Wohnung, keine Arbeit, keine Auskunft.

Die größte Herausforderung?

Stief: Die Aktivierung der Flüchtlinge, ihr Leben hier selbst zu gestalten. Ein Leben in Frieden und Freiheit bedeutet auch, dass man die Verantwortung für die eigene Lebensplanung selbst übernehmen muss.

Dass Ihre Stelle auf drei Jahre befristet ist . . .

Stief: . . . finde ich deshalb gut, weil alleine die vergangenen drei Jahre gezeigt haben, wie schnell sich Situationen ändern können.

Ab wann lohnt Integration?

Stief: Integration lohnt sich immer.

Ab wann würden Sie sagen, dass Integration erfolgreich war?

Stief: In dem Moment, wo Menschen angekommen sind und sich zugehörig fühlen, die Sprache sprechen und sich mit den geltenden Regeln und Werten identifizieren.

Was würden Sie sich wünschen, damit Ihre Arbeit leichter wird?

Stief: Offenen und wertschätzenden Umgang der Mitmenschen untereinander, Verständnis für bestehende Grenzen und das Wohlwollen aller Beteiligten.

Wo sehen Sie die größte Chance der Integration?

Stief: Die meisten Menschen, die hierher gekommen sind, sind motivierte, junge Menschen. Viele wollen sich in Deutschland eine neue Existenz aufzubauen. Sie wollen arbeiten und auf eigenen Beinen stehen. Für unsere Gemeinden ist es immer von Vorteil, wenn sich junge Menschen und junge Familien ansiedeln, so kann der Überalterung entgegengewirkt werden.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren