LANDKREIS KITZINGEN

In der freien Natur müssen Hecken stehen bleiben

Der Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten zählt zu den ältesten und wichtigsten Bemühungen des Naturschutzes. Deshalb informiert die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt über wichtige Vorschriften.
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Fristen beachten: Hecken dürfen das ganze Jahr in Form gehalten, aber von März bis September nicht völlig abgeschnitten werden. Foto: Foto: Stihl

Der Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten zählt zu den ältesten und wichtigsten Bemühungen des Naturschutzes. Deshalb informiert die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt über wichtige Vorschriften.

So dürfen – auch im Hausgarten – Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze seit dem 1. März und bis zum 30. September nicht abgeschnitten oder auf Stock gesetzt werden. Zulässig sind jedoch schonende Form- und Pflegeschnitte. „Das zeitlich beschränkte Schneideverbot dient dem allgemeinen Schutz aller Arten, außerdem sollen das Blütenangebot für Insekten während des Sommerhalbjahres erweitert, brütende Vogelarten geschützt sowie Gehölze als Brutplatz in der Saison erhalten werden“, zitiert eine Pressemitteilung Hannelore Schoppelrey von der Unteren Naturschutzbehörde.

In der freien Natur gilt dieses Verbot ganzjährig, Pflegeschnitte sind hier nur vom 1. Oktober bis 28. Februar zulässig. Liegt ein zwingender Grund für die Beseitigung einer Hecke, eines Feldgehölzes oder ähnliches in der freien Natur vor, kann ein Antrag auf Befreiung beim Landratsamt Kitzingen – Untere Naturschutzbehörde – gestellt werden. „Die Befreiung ist jedoch an bestimmte Voraussetzungen geknüpft“, sagt Schoppelrey.

Auch Bäume in Grünflächen, Parkanlagen und sonstigen Außenanlagen, Sportplätzen, Böschungen und Straßengräben, dürfen vom 1. März bis 30. September nicht abgesägt werden. Ausgenommen sind Bäume im Wald, in Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen wie Hausgärten und Kleingartenanlagen. Schonende Form- und Pflegeschnitte, Schnitte zur Gewährleistung der Verkehrssicherungspflicht sowie genehmigte Maßnahmen sind zugelassen.

Schoppelrey weist auch daraufhin, dass es das ganze Jahr über verboten ist, die Bodendecke auf Wiesen, Feldrainen, Hochrainen und ungenutzten Grundflächen sowie Hecken und Hängen abzubrennen. Auch die Gras- und Krautstreifen zwischen Äckern und Wegen und die Grünstreifen stehen unter einem speziellen Schutz, weshalb der Einsatz von Spritzmitteln sowie das Mähen und Mulchen dieser Flächen während der Hauptbrutzeit nicht erlaubt ist.

Weiterhin ist das Pflücken zahlreicher vom Aussterben bedrohter Pflanzenarten verboten. Gefährdet und besonders geschützt sind, wie alle Arten von Akelei, heimischen Tausendgüldenkräutern, Nelken, Schachblumen, Enzian, Seidelbaste, Schwertlilien, Lilien, Knotenblumen, Märzenbecher, Bärlappgewächsen, Traubenhyazinthen, Primeln und Schlüsselblumen, Blausterne, Küchenschellen, Eisenhut, Grasnelken, Graslilien sowie Diptam, Großblütiger und Gelber Fingerhut, Leberblümchen, Großes Windröschen, Feld-Mannstreu, Teich- und Seerosen, Trollblume, Doldiges Winterlieb, alle heimischen Arten von Hain-, Weiß- und Torfmoosen und Wimper-, Moos-, Rentier, Lungen-, Schüssel- und Bartflechten.

Auch viele wild lebende Tierarten wie alle heimischen Arten von Kriechtieren, Lurchen, Libellen, Bienen, Hummeln sowie die Kreiselwespen, Knopfhornwespen, Hornissen, zahlreiche Ameisenarten, viele Schmetterlinge, Käfer, Krebse, Spinnentiere, Weichtiere (Schnecken und Muscheln) sowie alle europäischen Vogelarten sind besonders geschützt und dürfen nicht gefangen werden.

Zuwiderhandlungen sind eine Ordnungswidrigkeit und können mit einer Geldbuße geahndet werden. Weitere Informationen gibt es bei der Unteren Naturschutzbehörde Tel. (0 93 21) 928 -6210 bis 6212 und 6214, E-Mail: naturschutz@kitzingen.de

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