SEINSHEIM

In den Archiven wartet viel Arbeit

Das Archiv ist das Gedächtnis einer Gemeinde. Gut sortiert und mit einem exakten Verzeichnis ausgestattet, ist es ein wunderbarer Schatz mit einer Fülle von Informationen über die Gemeinde und das Leben darin. Die Kommunale Allianz 7/22 Südost weiß um die Bedeutung der Archive und hat dafür Julia Halbleib eingestellt. Sie hat sich zuerst dem Seinsheimer Archiv angenommen.
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Julia Halbleib kümmert sich um die Archive von sechs Mitgliedskommunen der Kommunalen Allianz 7/22 Südost. Foto: Foto: Gerhard Krämer

Das Archiv ist das Gedächtnis einer Gemeinde. Gut sortiert und mit einem exakten Verzeichnis ausgestattet, ist es ein wunderbarer Schatz mit einer Fülle von Informationen über die Gemeinde und das Leben darin. Die Kommunale Allianz 7/22 Südost weiß um die Bedeutung der Archive und hat dafür Julia Halbleib eingestellt. Sie hat sich zuerst dem Seinsheimer Archiv angenommen.

Gemeinschaftliche Archivpflege

Iphofen, Mainbernheim, Markt Einersheim, Seinsheim, Willanzheim, Martinsheim und Rödelsee haben sich zu einer Allianz zusammengeschlossen. Diese, außer der Stadt Iphofen, arbeiten erstmals unter Willanzheimer Federführung in der Archivpflege zusammen. Seit Mitte März ist Julia Halbleib aus Gerlachshausen für vorerst fünf Jahre als neue hauptamtliche Archivpflegerin tätig. Die 28-Jährige hat in Würzburg Geschichte (Bachelor) und Kunstgeschichte (Master) studiert und ihre Masterarbeit über Feldpostbriefe aus dem Ersten Weltkrieg geschrieben.

Erste Station: Seinsheim

Auf sie wartet in den Gemeindearchiven viel Arbeit. Erste Station war bis jetzt Seinsheim. „Meine Arbeit in den Archiven ist abhängig von den Jahreszeiten“, sagt sie und lacht. Die Erklärung indes ist einfach: Das Seinsheimer Archiv beispielsweise ist unter dem Dach untergebracht. Und da wird es im Sommer sehr warm, da der Raum natürlich nicht klimatisiert ist. Also bot sich die Übergangszeit Frühjahr/Sommer hier an.

Das Archiv in Seinsheim hatte zudem den Vorteil, dass es bis 2004 komplett sortiert war und in einem relativ guten Zustand ist. Bis 1945 befindet sich das Archivmaterial in Schränken im Sitzungssaal des Rathauses, ab 1945 unter dem Dach.

Neues Verzeichnis angelegt

Julia Halbleibs wichtigstes Arbeitsgerät ist ein Laptop, in dem sie das Verzeichnis anlegt, damit Gesuchtes rasch gefunden werden kann. Da wird es nach der Gebietsreform schwieriger, da eine Systemumstellung erfolgt ist.

Die studierte Kunsthistorikerin weiß, was archiviert werden muss, nämlich Verwaltungsschriftgut, das die Verwaltungstätigkeit der Kommune dokumentiert, Urkunden und Dokumentationen über das lokale Geschehen.

Was wohl für die meisten Archive zutrifft: Alles wurde aufgehoben. „Vieles kann weggeworfen werden“, erklärt Julia Halbleib, denn vieles müsse nicht aufgehoben werden oder sei an anderer Stelle archiviert. Diese Materialien hat Julia Halbleib orange markiert. Und zur einfacheren Auffindung gesuchter Archivmaterialien hat die 28-Jährige auch noch „Wegweiser“ angebracht.

Säurefreie Aufbewahrung

Früher hielt man Blätter mit Heft- oder Büroklammern zusammen. Das Metall hat auf dem Papier rostige Spuren hinterlassen. „Die müssen alle entfernt werden“, weiß Julia Halbleib noch viel Arbeit vor sich. Auch die Behältnisse, in denen Archivmaterialien aufbewahrt werden, müssen säurefrei sein. Hier ist die Zusammenarbeit natürlich auch von großem Vorteil, denn da das Material alle brauchen, können durch eine gemeinsame Anschaffung Kosten gespart werden.

Wenn dann die Archivalien umgepackt werden, soll auch – „Wenn man sie schon in der Hand hat“ – mit dem Einscannen begonnen werden. Das passiert aber in der nächsten Zeit wohl nicht. Denn jetzt widmet sich Julia Halbleib erst einmal dem Willanzheimer Archiv. Vermutlich in einem Jahr wird sie wieder in Seinsheim sein.

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