Volkach
Zukunft

In Volkach ist der Überblick wichtig

Eine Bürgerwerkstatt zeigte die Stärken, aber auch die Schwächen der Stadt Volkach auf. Die Beteiligung war groß, der Wunsch nach einer Wiederholung auch.
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Stadtplaner Dag Schröder diskutiert mit Bürgern. Foto: G. Bauer
Stadtplaner Dag Schröder diskutiert mit Bürgern. Foto: G. Bauer
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Bürgermeister Peter Kornell (FW) ist begeistert: Die wiederbelebte Bürgerwerkstatt erwies sich bei der Auftaktveranstaltung am Donnerstagabend als voller Erfolg.
"Es geht um die Menschen, die im Umfeld der Volkacher Altstadt wohnen", führte Kornell rund 70 Bürger ins Thema ein. Anfang der 90er Jahre sei schon einmal untersucht worden, wohin sich die Stadt entwickeln könnte. Jetzt gehe es nach rund 20 Jahren darum, zu prüfen, welche Entwicklung stattgefunden hat und wo nachgesteuert werden sollte.
"Unser Ziel ist es, die Stadt so vorzubereiten, dass sie fit ist für die Zukunft", machte Dag Schröder vom gleichnamigen Planungsbüro deutlich. Immerhin habe er in der Stadt 34 Leerstände vorgefunden - Tendenz steigend. Wohnen in einer Altstadt, die Flächendenkmal ist und zudem 140 Einzeldenkmäler besitzt, sei nicht einfach. Schröder machte sich dafür stark, kleine Lebensmittelläden möglich zu machen.
Er und seine Mitarbeiter stellten den Bürgern sechs Hauptthemen vor, mit denen sich die Bürger in wechselnden Arbeitsgruppen intensiv beschäftigen und neben Stärken und Schwächen auch Maßnahmen finden und festhalten sollten. Am Ende bilanzierte Schröder, dass Bekanntes natürlich immer wieder angesprochen wurde, dass aber auch Vorhandenes und bislang nicht Bekanntes zur Sprache kam.
Der Bereich Einzelhandel und gewerblicher Leerstand wurde von Konversionsmanager Christoph Hagen vom Landratsamt sowie Matthias Wolf von der Projektgruppe Volkach an der Universität Würzburg vorgestellt - mit der Erkenntnis, dass vor allem der obere Marktplatz aufgrund von Leerständen eher unattraktiv sei. Die Altstadtbevölkerung lege großen Wert auf das Angebot an Alltagsbekleidung und Lebensmittel. Die meisten Geschäfte seien inhabergeführt und die medizinische Versorgung mit "gut" zu bewerten. Für Jugendliche gebe es jedoch zu wenige Angebote.
Das touristische Angebot mit Gastronomie beschrieb Julia Trapp als "gut ausgebaut". Immerhin habe es 2011 mindestens 159 000 Übernachtungen gegeben. Die Lage am Main, die Schifffahrt, das Radwegenetz, der Wein, Tourismus und Gastronomie sowie eine historische Altstadt mit vielen Baudenkmälern würden Besucher anlocken. Widersprüchliche Ansichten hat Trapp in der Bevölkerung ausgemacht, was Parkmöglichkeiten und Verkehrslärm in der Altstadt angeht.
Im Bereich Bildung, Jugend und Kultur sah Werner Krapf Volkach im Großen und Ganzen gut aufgestellt. Wegen des demografischen Wandels müsse jedoch dem Wegzug der Jugend aus der Altstadt entgegengewirkt werden. Um junge Menschen zu halten, müssten viele Faktoren zusammentreffen. Krapf beklagte, dass die Jugend in der Bürgerwerkstatt eher spärlich vertreten war, denn vor allem für sie fehle es in der Altstadt an Angeboten.
Den demografischen Wandel behandelte auch Helga Wachter. Sie verglich die Bevölkerungsdaten der Stadt mit denen der Bundesrepublik und sah hier weitgehende Übereinstimmung. Eine alternde Bevölkerung müsse großen Wert auf sozialen Zusammenhalt legen. Die Bürger forderten mehr Naherholungsmöglichkeiten, bewerteten die Stadt mit Angeboten wie dem Bürgerbus insgesamt aber als gut organisiert.
Konversionsmanager Michael Demus beschäftigte sich mit den Möglichkeiten energetischer Sanierungen, regenerativen Energien und Möglichkeiten der Energieeinsparung. "Das Einschrauben von Sparlampen reicht nicht", kündigte er an und räumte gleichzeitig ein, dass erneuerbare Energiequellen jedoch nicht überall zum Einsatz kommen könnten. Dazu soll am Image erneuerbarer Energien gearbeitet werden, sie seien bei Bürgern teilweise etwas in Verruf geraten.
Das zusammengefasste Ergebnis löste bei Harald Erhard den Wunsch aus, sich mit anderen Bürgern häufiger in einer Bürgerwerkstatt zu treffen, um Themen auf eine breitere Basis zu stellen. Er traf damit beim Bürgermeister auf offene Ohren, denn auch Kornell lobte das Ergebnis des Abends.
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